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10 häufige Fehler bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise

Simon Schubert
Von Simon Schubert / 10. Februar 2018

Du willst gesund leben? Du bist von einer gesunden Lebensweise überzeugt? Weißt, dass es gut für dich wäre? Du möchtest ja. Doch irgendwie klappt es mit der Umsetzung nicht? Irgendwie scheitern deine Versuche? Hier hast du 10 häufige Fehler, die du vermeiden solltest.

Gesund Leben: So klappt es


1. Vorbereiten und nicht umsetzen

Wohl einer der aller häufigsten Fehler, wenn es um Verhaltensänderungen geht. Wir planen nur. Bereiten uns vor. Doch in die Umsetzung kommen wir nicht.

Das ist auch nur verständlich. Schließlich ist es so viel einfacher. So müssen wir nichts wirklich verändern. Wir verharren im Glauben daran an dir Veränderung. Doch den wichtigen Schritt weiter tun wir nicht.

Indem wir nur vorbereiten, bleiben wir trotzdem aktiv. Wir meinen etwas Produktives zu tun. Alleine das befriedigt schon. So haben wir die Befriedigung und gleichzeitig hängen wir noch an der Sicherheit des Altbewährten.

Dieser Illusion sollten wir uns jedoch nicht hingeben. Planung und Vorbereitung können wichtig sein. Vor allem anfangs, wenn uns Wissen fehlt. Trotzdem sollten wir möglichst schnell in die Handlung kommen. Etwas auch wirklich tun und umsetzen. Nicht nur darüber nachdenken. Also auf geht’s.


2. Sich auf nur 1 Sache versteifen

Bei Verhaltensänderungen ist es wichtig fokussiert vorzugehen. Wollen wir alle Baustellen gleichzeitig angehen, bleibt meistens alles auf der Strecke. Daher ist es sinnvoll sich einem Thema nach dem anderen zu widmen.

Doch allzu oft kann es auch passieren, dass man sich nur auf eine Sache konzentriert. Alles andere außer Acht lässt. Geht es zum Beispiel um die eigene Gesundheit, konzentrieren sich viele fast ausschließlich um die eigene Ernährung. Sicherlich ein sehr wichtiger Aspekt.

Andere Aspekte werden jedoch vernachlässigt. Teilweise völlig ignoriert. Anstatt sich immer mehr mit der eigenen Ernährung zu beschäftigen, wäre es empfehlenswert auch andere Themen anzugehen.

Gleiches gilt für die Art und Weise, wie wir etwas angehen. Wir folgen einer Philosophie. Einer Idee. Doch wir sollten uns nicht auf nur eine versteifen. Meinen, alles andere passe nicht. Zumindest sollten wir offen sein. Schauen, was wir lernen können. Dann können wir immer noch entscheiden, wie wir etwas umsetzen.

Lasst uns nicht zu engstirnig sein. Es gibt mehrere Wege. Mehrere Aspekte, die betrachten werden wollen. Verschiedene Prinzipien, denen wir gerecht werden sollten. Vor allem wenn es um die eigene Gesundheit geht.


3. Schwarz-Weiß-Denken

Schwarz Weiß. Alles oder nichts. An aus. Entweder so oder gar nicht. Unglaublich, wie extrem viele Menschen durch die Welt gehen.

Heute muss es genau so sein. Morgen dann komplett anders.

Es sollte sofort einleuchtend sein, dass dies nicht förderlich ist. Tun wir etwas Extremes, lässt sich dies wahrscheinlich nur für eine begrenzt Zeit aufrechterhalten. Irgendwann kommt es dann ins Wanken. Wir schwenken ins nächste Extrem um.

Von ganz viel täglichem Training zu keinem mehr. Absolut strengster Ernährungsweise zu einer völlig unkontrollierten. Ist es nicht offensichtlich, dass dies nicht gut für uns ist? Funktionieren wir Menschen in Moderation nicht einfach besser?

Wer meint, etwas ganz genau zu wissen. Meint, nur das eine sei richtig. Er wisse die eine Wahrheit. Der sollte noch mal ernsthaft darüber nachdenken. Gibt es die eine Wahrheit? Den einen Weg? Das Richtige? Überhaupt? Für alle? Für dich?


4. Zeichen des eigenen Körpers ignorieren

Unser Körper spricht mit uns. Er gibt uns Zeichen und Signale. Wir hören nur nicht hin.

Dabei könnten wir so viel von unserem Körper lernen. Wir könnten so viel Unterstützung und Orientierung bekommen. Wir müssen nur lernen, wahrzunehmen. Zu lauschen. Zu verstehen.

Schmerzen sind wohl eines der deutlichsten Zeichen. Geht es noch eindeutiger? Ganz automatisch lassen wir vieles, wenn es wehtut. Wir nehmen die Hand von der heizen Herdplatte, ohne darüber nachzudenken. Dort wird uns sofort der Zusammenhang bewusst.

Doch sollte uns der Zusammenhang nicht immer bewusst sein? Zumindest sollte uns bewusst sein, dass es einen gibt. Wenn uns etwas wehtut, dann stimmt etwas nicht. So einfach. Anstatt einfach weiter zu machen. Zu tun als wäre nichts. Sollten wir das Ganze doch lieber ernst nehmen. Versuchen herauszufinden, was denn nicht stimmt.

Sicherlich ist es nicht immer offensichtlich, woran es liegt. Meistens sogar nicht. Doch sollte uns das nicht davon abhalten, aktiv zu werden. Etwas gegen die Schmerzen zu tun. Kleiner Tipp am Rande: In den allermeisten Fällen hat unsere Lebensweise damit zu tun.

Es muss jedoch gar nicht nur um Schmerzen gehen. Genauso zeigt unser Körper uns, was ihm guttut. Was uns guttut. Was uns nährt. Stärkt. Gesund erhält. Glücklich macht.

Wir müssen nur auf die Zeichen hören. Wahrnehmen. Doch dazu müssen wir wieder Bezug zu unserem Körper bekommen. Seine Sprache lernen. Nicht zu sehr außen leben. Wahrnehmen was passiert. Wie es uns geht. Was in uns vorgeht. Was uns gut tut.


5. Andere Meinungen ignorieren

Alltäglich werden wir von unzähligen Meinungen überschüttet. Jeder hat eine Meinung zu etwas. Wir müssen sehr wählerisch sein. Müssen das allermeiste ignorieren. Müssen Scheuklappen aufsetzen. Ansonsten wird man nur allzu schnell von zu vielen Meinungen und Informationen überwältigt.

Daher sollten wir auf uns selber hören. Unseren Körper. Unsere Intuition. Wovon wir überzeugt sind. Was wir gelernt haben. Welche Erfahrungen wir bereits gemacht haben.

Doch all das sollte uns nicht davon abhalten, auch andere Meinungen wahrzunehmen. Es wäre tollkühn jeden einfach zu ignorieren. Es wäre unüberlegt. Warum nicht von dem Wissen und Erfahrungen anderer profitieren? Warum sich nicht helfen lassen?

Indem wir für anderes offen sind. Für die Meinungen anderer. Neue Ideen. So entwickeln wir uns immer weiter. Wir picken uns das Richtige für uns heraus. Genau das, was zu uns passt. Wir lassen es in unser Leben einfließen.

Also anstatt andere Meinungen zu ignorieren, sollten wir sie wahrnehmen. Dann können wir immer noch schauen, ob sie zu uns passen. Inwiefern wir darauf eingehen wollen.


6. Gesundheit zu begrenzt betrachten

Oftmals betrachten wir Gesundheit sehr begrenzt. Dadurch lassen wir uns viel Potenzial entgehen.

Wir meinen wir würden viel für unsere Gesundheit tun. Teilweise tun wir das auch. Gesunde Ernährung. Viel Sport und Bewegung. Täglich investieren wir viel Zeit in uns und unsere Gesundheit. Wir meinen, wir würden gesund leben.

Doch oft vernachlässigen wir einige Aspekte. Würden wir jenen nur ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken, könnte dies einen großen Unterschied machen. Unsere Gesundheit und Lebensqualität positiv beeinflussen.

Du lebst gesund? Das freut mich. Wirklich. Doch wie steht es mit genügend Ausgleich? Regeneration. Erholung. Entspannung. Eine förderliche Umgebung. Keine Chemikalien. Genügend Sonne. Frische Luft. Lebendiges Wasser. Erdung. Abhärtung. Mitmenschen. Liebe. So viel mehr.

Zu viel? Wir sollten uns davon nicht überfordert fühlen. Nicht meinen, wir sollten alles perfekt machen. Aber zumindest berücksichtigen. Arbeiten wir mit den '5 Säulen der Gesundheit’, haben wir schon viel getan. Jeder Säule etwas Aufmerksamkeit schenken. Zumindest etwas tun. Tun wir das — nur ein wenig —, so tun wir eine ganze Menge.


7. Zu große Schritte gehen wollen

Wenn wir etwas verändern wollen, dann wollen wir es meistens schnell. Wir sind voll motiviert, also soll es auch möglichst vorangehen. Wir wollen weit hinaus und das in großen Schritten.

Wir nehmen uns etwas vor. Nehmen uns viel vor. Beginnen. Geraten ins Straucheln. Lassen es.

Zu große Schritte machen zu wollen, funktioniert meistens nicht. Es ist nur verständlich, dass wir groß anfangen wollen. Schließlich haben wir so lange anders agiert. Aber genau das ist doch der Punkt. Wir haben so lange anders agiert. Wie können wir da von heute auf morgen eine große Veränderung erwarten?

Wäre es nicht viel sinnvoller in kleinen Schritten voranzugehen? Anstatt mit einem großen Schritt zu beginnen, starten wir mit vielen Kleinen. Das macht die ganze Sache doch viel leichter. Kein riesiges Hindernis, welches wir überwinden müssen. Sondern viele kleine Stufen, die wir leicht bewältigen. So unserem Ziel immer näher kommen.

Oft sind es doch auch genau diese kleinen Dinge, die einen Unterschied machen. Teilweise mögen sie banal erscheinen. Doch tun wir sie regelmäßig, haben sie eine große Wirkung.

Anstatt gleich die gesamte Ernährung umzustellen, kann man erst mal klein anfangen. Wie wäre es mit etwas mehr Obst und Gemüse? Ein Stück Obst mehr am Tag. Das klingt nicht viel. Ist nicht kompliziert. Kann aber einen großen Unterschied machen. Dann kommt noch ein Stück Gemüse hinzu. So geht es voran.

Oft bringen uns diese kleinen Schritte dann auch viel weiter als nur wenige große.


8. Sich nicht verändern

Das Leben ist Veränderung. Wir sind ständig im Wandel. Ständig in Bewegung. Werden älter. Verändern uns.

Doch schnell neigen wir dazu, dies zu ignorieren. Uns zu sträuben. Wir bleiben stehen. Wollen uns nicht verändern. Tun immer das Gleiche. Über Jahre hinweg. Machen nichts Neues. Verändern uns nicht. Lernen nicht. Machen kaum neue Erfahrungen.

Sicher so können wir recht lang überlegen. Ist es jedoch erstrebenswert? Ist eine stetige Weiterentwicklung nicht etwas Wünschenswertes? Wir können nicht auslernen. Es gibt so viel zu entdecken.

Vor allem verändern sich unsere Umstände. Wir ändern uns. Bewährtes muss dann nicht mehr funktionieren. Was jetzt funktioniert, muss später nicht funktionieren.

Werden wir älter, können sich unsere Prioritäten ändern. Uns können ganz andere Sachen wichtig werden. Unsere Bedürfnisse können sich ändern. Unsere Fähigkeiten verschieben. Sollten wir diesen Wandel nicht aktiv mitgestalten? Verhindern können wir ihn sowieso nicht.

Oft meinen wir, auch immer auf die gleiche Art und Weise weiter zu kommen. Doch dem ist nicht so.

“Was dich hierher gebracht hat, muss dich nicht weiter bringen.”

Die Chancen sind sogar recht hoch, dass es nicht so ist. Dass du irgendwann nicht weiter kommst. Dann braucht es eine andere Herangehensweise. Andere Strategien. Anderes Wissen.

Bleibe nicht stehen. Verändere dich. Lerne. Wachse. Entwickle dich. Genau wie das Leben. Sei lebendig.


9. Sich der Bedeutung der eigenen Gesundheit nicht bewusst sein

Bist du dir der Bedeutung, die deine Gesundheit für dich hat, bewusst? Bist du dir bewusst, wie sehr unser tägliches Erleben durch unser Wohlbefinden beeinflusst wird?

Meistens wird es uns erst bewusst, wenn etwas nicht stimmt. Wenn es uns nicht gut geht. Wenn wir Einschränkungen erleben. Schmerzen erleiden. Nicht mehr leistungsfähig sind. Dann kommen wir zur Besinnung. Dann ist uns unsere Gesundheit auf einmal enorm wichtig.

Doch warum warten? Wir haben das Potenzial, dass es uns schon jetzt gut geht. Sogar noch viel besser gehen könnte. Wir noch mehr Lebensqualität gewinnen können. Warum darauf verzichten?

Wir nehmen so viel als selbstverständlich. Schmerzfreiheit. Bewegungsfreiheit. Leistungsfähigkeit. Dass unser Körper funktioniert. Doch das alles ist nicht selbstverständig. Es liegt an uns, dass wir diesen Zustand erhalten.

Werden wir uns bewusst, wie wichtig unsere Gesundheit ist, kann dies erschreckend sein. So sehr abhängig sind wir. Da ist es nur verständlich, dass wir diese Tatsache ignorieren. Gekonnt wegschauen. Schließlich könnten wir wohl keineswegs mehr untätig bleiben, wenn wir dies wirklich annehmen würden.

Wir müssten Verantwortung ergreifen. Handeln. Könnten gar nicht anders. Stattdessen ignorieren wird. Bleiben weiterhin untätig.


10. Sich selber nicht wichtig genug sein

Eigentlich wissen wir doch, was uns gut tut. Du weißt es. Trotzdem handelst du nicht entsprechend.  Du weißt — tief in dir —, was du eigentlich tun solltest. Tun willst. Tust du es? Nicht? Warum nicht?

Liegt es vielleicht daran, dass du es dir nicht wert bist? Meinst du, dass du es nicht wert bist, dass es dir gut geht? Natürlich nicht bewusst. Unterbewusst. Hast du vielleicht ein geringes Selbstwertgefühl.

Anders gefragt: Liebst du dich? Hast du eine ausgeprägte Selbstliebe? Nicht auf eine narzisstische Weise — spräche das nicht wieder für wenig Selbstwertgefühl? Sondern auf eine gesunde Art. Sich selber liebend. Sich völlig anzunehmen.

Haben wir zu wenig Selbstliebe. Zu wenig Selbstwertgefühl. Fällt es uns schwer, etwas für uns selber zu tun. Dinge zu machen, die uns gut tun. Die uns gesund erhalten. Die wir tun wollen. Daher sollten wir daran arbeiten, mehr Selbstwertgefühl in unser Leben zu integrieren.

 

Letztendlich geht es genau darum. Sich anzunehmen. Mit all seinen Fehlern. Auch mit diesen Fehlern. Anzunehmen, wie man ist. Und sich dann zu verändern. Langsam. Beharrlich. Dann klappt es auch mit der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.

Über den Autor

Simon Schubert

Als studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit unterstütze ich Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.


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