6 Schritte für mehr Selbstwertgefühl in deinem Leben

Wie werde ich selbstbewusster? Wie stärke ich mein Selbstwertgefühl? Wie bekomme ich mehr Selbstvertrauen? Was kann ich gegen ein mangelndes Selbstwertgefühl tun?

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Mit diesen und ähnlichen Fragen plagen sich täglich unglaublich viele Menschen. Es erschreckt mich immer wieder und macht mich etwas traurig, wenn ich mitbekomme, dass jemand ein niedriges Selbstwertgefühl besitzt. Dabei ist es so wichtig, damit wir die Schwierigkeiten des Lebens meistern können.

Die gute Nachricht: Jeder – auch im Alter – kann noch sein Selbstwertgefühl steigern und mehr Selbstvertrauen erlangen. Auch wenn unsere Erfahrungen in der Kindheit, unsere Eltern und andere bedeutende Personen wie Lehrer die Grundlage für unser Selbstwertgefühl legen. Wir können uns ändern. Auch du!


Was ist Selbstwertgefühl?

Laut Duden ist es einfach das „Gefühl für den eigenen Wert“.

Es geht um die eigene Bewertung, die sich auf die eigene Persönlichkeit, die eigenen Fähigkeiten, aber auch auf Erinnerung von der Vergangenheit sowie das Selbstempfinden beziehen. Wichtig dabei ist, dass der Selbstwert extrem stark von unseren Grundannahmen, automatischen Gedankenmustern und der subjektiven Wahrnehmung beeinflusst wird.

Mir gefällt auch die Idee, dass unser Selbstwertgefühl das Immunsystem für unser Bewusstsein sei. Genauso wie unser Immunsystem sich gegen Krankheitserreger wehrt und uns davor bewahrt, krank zu werden. So schützt unser Selbstwertgefühl unser Bewusstsein vor negativen Eindrücken. Wir brauchen beides — also ein gutes Immunsystem sowie ein hohes Maß an Selbstwertgefühl — nicht direkt zum Überleben. Aber es hat einen riesigen Einfluss auf unsere Lebensqualität und unsere Fähigkeit, wie wir mit Erlebnissen umgehen. Ob wir glücklich sind oder nicht.


Ein hohes Selbstwertgefühl ist so wichtig

Ob dein Selbstwertgefühl hoch oder niedrig, stabil oder unstabil, bewusst oder unterbewusst ist, hat einen riesigen Einfluss auf die verschiedensten Bereiche deines Lebens.

Machen du dich oder andere für Geschehnisse verantwortlich? Wer ist verantwortlich für deine Erfolge oder Misserfolge? Liegt es eher an den Umständen oder deinen Fähigkeiten? Sicherlich ist das von Fall zu Fall unterschiedlich. Aber wem wir etwas zuordnen – also die Attribution – ist stark von deinem Selbstwertgefühl abhängig.

Oder auch unsere Erwartungen an unsere Fähigkeiten. Bist du von dir und deinen Fähigkeiten überzeugt, oder eher nicht? Meinst du, dass du es schaffen wirst? Deine Erwartungen und Einstellungen können ganz schnell zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden.

Und nicht nur, was passiert, beeinflusst du. Sondern auch, wie du damit umgehst. Meinst du, dass du etwas verdient hast oder eher nicht? Deinen Job. Die Gehaltserhöhung. Beziehungen. Liebe. Glück.


So entwickelst du mehr Selbstwertgefühl


Selbstakzeptanz: Akzeptiere dich

Akzeptiere dich, so wie du bist. Nehme dich voll und ganz an — mit all deinen positiven wie auch negativen Seiten. Das heißt nicht, dass du alles wirklich gut finden musst. Wenn du dich selber oder andere Menschen verletzt, sollst du dies nicht schön reden. Aber akzeptiere es als einen Teil von dir. Akzeptiere deine negativen Seiten. Akzeptiere deine Fehler. Es gibt Gründe, warum du reagierst, wie du reagierst— unabhängig davon, ob diese Gründe berechtigt sind oder nicht. Akzeptiere dein Verhalten und deine Gedanken und versuche zukünftig anders zu handeln.

Denn du kannst so vieles ändern. Es ist sicherlich nicht einfach und dauert Zeit. Aber du kannst dich ändern. Wenn nicht, ergäbe es sowieso wenig Sinn, sich darüber aufzuregen bzw. Energie zu verschwenden. Aber ich bin mir sicher, du kannst dich ändern.

Aber erst, wenn du dich voll und ganz akzeptierst, ermöglichst du es dir, dich richtig zu entwickeln. Ansonsten stehst du dir immer ein bisschen selber im Weg.

Eine Möglichkeit mehr Selbstakzeptanz zu entwickeln, ist sich täglich vor den Spiegel zu stellen und mehrfach zu sagen: „Ich akzeptiere mich!“. Sage es. Fühle es. Meine es.

 

Eigenverantwortung: Übernimm Verantwortung für dich 

Du bist für dein Leben verantwortlichen! Niemand sonst. Wenn du dich nicht darum kümmerst, glücklich zu werden, tut es niemand. Du musst dein Leben gestalten. Du hast keine andere Wahl, denn du gestaltest es immer. Wenn du nichts tust und dich einfach den Umständen hingibst, ist dies auch eine Art des Gestaltens — oder zumindest eine Entscheidung. Also gestalte dein Leben nach deinen Vorstellungen — zu dem Leben, das du führen möchtest.

Ob etwas passiert oder nicht passiert, liegt meistens in deinem Einflussbereich. Du kannst es beeinflussen. Daher ist es auch deine Verantwortung. Denn es ist dein Leben.

Ich verstehe, dass es schnell beängstigend sein kann. Schließlich liegt es jetzt an dir, ob es dir gut geht, ob du glücklich wirst oder nicht. Aber sieh es andersherum: Es liegt an dir, ob du glücklich bist oder nicht. Also … 

Hör auf, dich zu beschweren.

Hör auf, andere für etwas verantwortlich zu machen.

Hör auf, eine Opferrolle einzunehmen.

Werde aktiv.

Denke lösungsorientiert. Was kannst du tun, um diese Situation zu verbessern? Was kannst du tun, um etwas nach deinen Vorstellungen zu gestalten? Sei kreativ. Gestalte. Denn nur du bist verantwortlich.

OK. Ich hoffe, das ist angekommen. Trotzdem. Um sicherzugehen. Wer ist verantwortlich? Du!


Selbstbehauptung: Schütze deine Meinung und Werte

Deine Meinung ist wichtig. Deine Werte sind wichtig. Du bist wichtig. Du hast alles Recht der Welt, glücklich zu sein.

Sag dir das. Wenn nötig mehrmals täglich vor dem Spiegel.

Es ist wichtig, dass du ein gesundes Maß an Selbstbehauptung entwickelst. Dass du für deine Meinung und Gefühle einstehst. Sie verteidigst, wenn es nötig sein sollte. Aber auf der anderen Seite solltest du natürlich genauso die Meinung anderer Menschen akzeptieren.

Durchsetzungsvermögen kannst du üben, indem du z.B. Einfach öfter mal „nein“ zu Dingen sagst, die du eigentlich nicht tun möchtest. Nimm dir Zeit für dich. Sei egoistisch. Das ist nicht sofort etwas Schlechtes.

Wenn dich jemand verletzt, dann teile es ihm mit. Möglichst in einer konstruktiven Art und Weise. „Das hat mich verletzt“ und nicht „Du Arschloch!“.

Gib nicht sofort nach, nur weil jemand eine andere Meinung hat. Es ist in Ordnung unterschiedliche Meinungen zu haben. Versuche andere Sichtweisen zu hinterfragen und zu verstehen. Wenn du dann immer noch eine andere Meinung hast, kannst du dies auch ruhig so sagen. Erkläre dich. Vielleicht kann dein Gegenüber davon profitieren.

 

Lebenssinn: Gib deinem Leben Sinn

Das ist gut gesagt, oder? Gibt deinem Leben einen Sinn. Jetzt weißt du, was du machen sollst.

Fang einfach an, dir darüber Gedanken zu machen. Was willst du im Leben? Was willst du tun? Wo willst du sein? Macht dich das, was du gerade tust, glücklich? Was sind deine Vorstellungen von deinem Leben? Worauf würdest du mit 80 Jahren gerne zurückschauen? Was würdest du deinen Enkelkindern gerne erzählen?

Stimmt dein jetziges Verhalten mit deinen Zielen und Vorstellungen überein? Tust du, was du gerne willst oder damit du hinkommst, wo du hin möchtest?

Nicht das zu machen, wovon wir träumen, resultiert in ein niedriges Selbstwertgefühl. Denn bist du dir selber nicht wichtig genug — bist du es dir nicht wert —, dass zu tun, um glücklich zu werden? Wie würdest du über jemand anderen denken, der nicht das tut, was er eigentlich will? Der nicht das tut, was ihm eigentlich guttun würde.

Lebe dein Leben zielgerichtet. Nicht unbedingt, um etwas zu erreichen. Aber gestalte dein Leben nach deinen Vorstellungen.


Authentizität: Sei ehrlich und authentisch

Mache niemandem etwas vor. Vor allem dir selbst nicht. 

In Zeiten von Social Media achtet jeder noch viel mehr auf die eigene Außenwirkung. Viele wollen einen Schein nach außen wahren. Ein Bild von sich, wie sie gerne sein wollen, zeigen. Das ist erstmal völlig normal. Das passiert automatisch. Immer.

Wenn wir kommunizieren, produzieren wir ein Bild nach außen. Wir haben eine bestimmte Intention mit dem Gespräch. Wir wollen etwas erfahren. Wir wollen jemandem gefallen. Wir wollen etwas erreichen. Wir wollen, dass es dem anderen gut geht. Wir wollen helfen. Darum verhalten wir uns so — geben ein Bild nach außen —, von dem wir denken, dass wir so am besten zum gewollten Ergebnis kommen. Das war schon immer so. Und wird wahrscheinlich auch immer so sein. Nenn es Manipulation oder wie du willst. Aber so funktioniert Kommunikation nun mal. (Was nicht heißt, dass es so sein muss)

Problematisch wird es jedoch, wenn man anfängt zu lügen. Anderen bewusst etwas vorzumachen, um die eigenen Ziele zu erreichen. Sich einschleimen. Etwas vor heucheln. Niemand wünscht sich, so behandelt zu werden.

Auch du wünschst dir sicherlich nicht, dass jemand mit dir so umgeht. Wenn du also anfängst, selber so zu handeln, beeinflusst dies deine Meinung zu dir selbst. Denn dir selber kannst du nichts vormachen. Zumindest nicht bewusst.

Daher sei ehrlich zu anderen. Verstell dich nicht. Sei authentisch. Sei du selbst. Letztendlich ist es das beste für alle und fühlt sich so viel besser an. Was bringt es dir, wenn andere Menschen nur ein Bild von dir mögen. Ein Bild, welches du gar nicht bist. Sei mutig und zeige deine wahre Seite. Du wirst es dir danken. 


Achtsamkeit: Lebe bewusst

Dein Selbstwertgefühl hängt stark mit deinem Selbstbewusstsein zusammen. Um dir selbst bewusst zu sein, musst du jedoch erstmal überhaupt bewusst sein.

Werde dir bewusst, was du tust, denkst, fühlst, sagst, wie du reagierst, wie du bist. Nimm die Dinge einfach nur wahr.

Wenn du mehr Selbstwertgefühl entwickeln möchtest, musst du dein Denken und deine Einstellung zum Leben — mit allem was passiert und besonders zu dir — verändern.

Ein wesentlicher Punkt ist die Differenzierung zwischen Realität und Interpretation.

Wenn du anfängst, einfach nur wahrzunehmen - ohne zu bewerten -, verändert sich zu viel. Du fängst an, zwischen dem was ist, deiner Wahrnehmung, deiner Interpretation, deinen Emotionen und deiner Reaktion zu unterscheiden. Denn es gibt wesentlich Unterschiede zwischen diesen Dingen und sie bedingen sich nicht zwangsweise.


Es liegt an dir, wie du reagierst

Stell dir vor, jemand steht vor dir und schreit dich an. Dann kannst du einfach reagieren oder du wirst dir erstmal bewusst, was passiert:

  1. Dein Gegenüber schreit (inwiefern du dir da so sicher sein kannst, lassen wir jetzt mal außen vor)
  2. Du nimmst dies wahr. Mit deinen Ohren. Deinen Augen. Vielleicht auch seinen Speichel auf deinem Gesicht.
  3. Du interpretierst deine Wahrnehmung. Du bewertest die Situation negativ. Du interpretierst, dass dein Gegenüber sauer ist.
  4. Du fühlst. Emotionen kommen hoch. In diesem Fall wahrscheinlich nicht unbedingt mit Freude.
  5. Du reagierst. Deine Reaktion ist das Resultat des Vorherigen.

Das Ganze ist eigentlich deutlich komplexer. Aber ich denke, du verstehst, was ich meine.

Gehe bewusst durch das Leben. Werde dir bewusst, wovon deine Gedanken und Gefühle beeinflusst werden. Wodurch das Bild von dir selber beeinflusst wird. Das ist nicht einfach. Das ist langes Training. Und es lohnt sich. 

Hier hast du sie – 6 Schritte für mehr Selbstwertgefühl in deinem Leben! Mach was draus. Integriere sie in dein Leben. Verändere dich. Denn du bist es wert!

Simon Schubert
 

Als studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit unterstütze ich Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.

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