Sabotierst du dich auch mit dieser verbreiteten Ausrede?

Wahrscheinlich ist es eine der verbreitetsten Ausreden überhaupt: Wir wollen auf der sicheren Seite bleiben. Kein Risiko eingehen. Schließlich könnte es auch anders kommen. Darum tun wir etwas gar nicht erst. Ein folgenschwerer Trugschluss.

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Lieber sichergehen: Selbstsabotage pur

Wir wollen auf Nummer sicher gehen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass wir nur mögliche Risiken reduzieren wollen. Da ist sicherlich etwas dran. Doch es steckt viel mehr dahinter. In vielen Fällen ist es einfach nur eine Ausrede.

Lass uns ehrlich sein: Wir rationalisieren uns einen Grund zusammen. Einen Grund, warum wir etwas nicht tun müssen. Sollten. Können. In den allermeisten Fällen wollen wir nur den bequemen Weg gehen.

Wie oft habe ich es schon gehört: “Aber das ist doch gar nicht sicher”, “Das steht doch aber nicht fest”, “Es könnte auch anders sein”. Natürlich kann es auch anders sein. Aber das sollten wir nicht als Grund für unsere Untätigkeit nehmen.


Nichts ist jemals wirklich sicher

Wenn wir unsere Ernährungsweise verändern wollen, sind wir gut beraten, nicht einfach blind irgendetwas zu befolgen. Natürlich ist es sinnvoll, verschiedene Sachen zu hinterfragen. Sich erstmal gut zu informieren. Jedoch ist die Gefahr dabei immer, dass wir nur vorbereiten und nicht umsetzen.

Vor allem sollte uns dieses Vorgehen nicht davon abhalten, aktiv zu werden. Wenn man zu dem Schluss kommt, dass es keine eindeutige Meinung – keinen sicheren Weg – gibt, sollte man sich nicht damit zufriedengeben. Das ist kein guter Grund, um einfach so weiterzumachen.

Nur weil es keine ‘perfekte’ Ernährung gibt, ist es kein Grund, sich mit Junkfood vollzustopfen. Das ist definitiv nicht die richtige Richtung.

Wir nehmen die Tatsache, dass es keinen gesicherten Weg gibt, als Vorwand. Als Ausrede, um unser Verhalten zu rechtfertigen. Mit Sätzen wie “Es weiß sowieso niemand, was richtig ist” versuchen wir unser Verhalten uns selbst gegenüber zu entschuldigen.

Eigentlich wissen wir doch, dass es so nicht richtig ist.


Die Ausnahmen bestätigen die Regel?

Für viele ist es nicht einfach, eine gesunde Lebensweise aufzunehmen. Da ist es viel einfacher, sich einzureden, warum es sowieso nicht sinnvoll ist. Der Klassiker: Helmut Schmidt war auch lebenslang Kettenraucher und ist trotzdem alt geworden – ohne Lungenkrebs zu bekommen.

In der Tat soll er in seinem Leben über 1.000.000 Zigaretten geraucht haben. Eins ist sicher: Er ist nicht so alt geworden, weil er so viel geraucht hat. Sondern obwohl er so viel geraucht hat. Also was ist das Argument?

Unzählige Menschen sterben aufgrund der Folgen vielen Rauchens. Zumindest hat es einen großen negativen Einfluss. Dass Rauchen schädlich für unsere Gesundheit ist, kann eigentlich keine Frage sein.

Wollen wir uns also wirklich an den wenigen Ausnahmen orientieren, bei denen es nicht so ist? Natürlich ist es nicht sicher, dass man durch viel Rauchen Lungenkrebs bekommt. Und?


Springst du ab jetzt auch aus dem Flugzeug?

Ich möchte dir Vesna Vulovi vorstellen. Sie starb am 23.12.2016. Doch eigentlich sprach alles dafür, dass sie bereits am 26.01.1972 sterben sollte. Als sie aus 10.160 Meter Höhe aus einem Flugzeug fiel – jap, Zehntausend. Ohne Rettungsschirm. Ohne jede Hoffnung, dass sie überleben würde.

Sie überlebte. Zwar schwer verletzt. Doch sie überlebte. Damit hält sie den Guinness-World-Record für das Überleben des höchsten freien Falls ohne Fallschirm. Weiterhin war sie auch noch die einzige Überlebende von diesem Flugzeugabsturzt. Sie erholte sich mehr oder weniger komplett und konnte ohne große Einschränkungen weiter leben.

Es ist eine unglaubliche Geschichte. Surreal. Es liegt außerhalb jeglicher Vorstellungskraft, dass jemand solch einen Fall ohne irgendwelche Hilfsmittel überleben könnte. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man solch einen Sturz überlebt? Sehr sehr sehr gering. Darauf können wir uns wohl einigen.

Wollen wir das jetzt auch als Beispiel nehmen? Wirst du ab jetzt ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springen? Denn hey, Vesna Vulovi hat es ja auch überlebt!


Sei ehrlich zu dir selber

Natürlich wirst du nicht einfach so aus dem Flugzeug springen. Das hoffe ich doch zumindest! Aber ist es nicht irgendwie die gleiche Art und Weise, wie wir so oft argumentieren?

Das Argument “das ist aber nicht sicher” oder “bei demjenigen war es auch anders” zählt einfach nicht. Zumindest nicht als Ausrede.

Lass uns solche Ausnahmen als Ansporn nehmen. So als Roger Bannister 1954 als erster die 1 Meile in unter 4 Minuten gelaufen ist. Mit dem Bewusstsein, dass es möglich sei, folgten ihm viele weitere Athleten. Was zuvor unmöglich erschien, war nun erreichbar.

Doch bitte lass uns solche Ausnahmen nicht als Ausrede nehmen. Sei ehrlich zu dir selber.

Nur weil Helmut Schmidt als Kettenraucher nicht an Lungenkrebs gestorben ist, heißt es nicht, dass Rauchen nicht schädlich für deine Gesundheit ist.

Nur weil es verschiedene Meinung bezüglich einer gesunden Ernährung gibt, ist es keine Argument, dass es egal ist, was du isst.

Wir rationalisieren uns irgendwelche Argumente zurecht. Bitte hör auf, dir etwas einzureden. Hör auf, dir selber etwas vorzumachen.

Sei ehrlich zu dir selber.

Wenn du rauchen willst, dann rauche.

Wenn du dich ungesund ernähren willst, dann ernähre dich ungesund.

Aber bitte, sei ehrlich zu dir.

Du schaffst es alleine nicht, deine Gewohnheiten zu ändern? OK.

Du bist zu faul? OK.

Du hast Angst? OK.

Es ist dir zu schwierig? OK.

Dir ist der Aufwand zu hoch? OK.

Doch dann bist du es, der dir im Weg steht. Denn so ist es doch? Du musst und kannst etwas verändern. Eigentlich weißt du es auch. Tief in dir weißt du, dass es nur Ausreden sind. Du erzählst dir Bullshit, damit es dir besser geht.

Auch das ist OK. Ich bin nicht hier, um zu bewerten. Ich möchte nicht, dass es dir schlecht geht. Ich wünsche mir, dass es dir gut geht. Dass du glücklich bist. Doch das liegt an dir.

Die meisten Menschen entscheiden sich lieber für den bekannten Schmerz anstatt für die unbekannte Hoffnung.

Es fängt damit an, dass du ehrlich zu dir bist. Ehrlich zu sich zu sein, ist definitiv nicht einfach. Soll es nicht. Muss es nicht. Es kann sogar sehr schmerzhaft sein.


Was ist die Alternative? Einfach so weiter machen?

Dann gehst du zumindest auf Nummer sicher. Auch wenn es dir nicht gut geht, weißt du, wie es ist. Das gibt dir zumindest die Illusion von etwas Kontrolle und Sicherheit. Illusion, denn sicher ist nichts. Nicht einmal, wenn du aus einem Flugzeug fällst.

Sei dir bewusst, dass alles möglich ist. Gleichzeitig mach dir selber nichts vor. Egal wie viele unbekannte Variablen es gibt, du kannst dich immer darauf fokussieren, was du beeinflussen kannst. Du kannst all deine Energie immer in deinen Einflussbereich legen. Für mich scheint das die deutlich bessere Wahl zu sein, als sich selber als Opfer von Unbeeinflussbarem zu sehen. Wofür entscheidest du dich?

Simon Schubert
 

Als studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit unterstütze ich Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.

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