So kannst du die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung persönlich umsetzen

Mit der Agenda 30 und ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung haben wir hervorragende Ansatzpunkte, was jeder von uns gegen den Klimawandel tun kann.

Denn Klimawandel ist zwar in aller Munde, doch wie viel wird wirklich getan? Es ist schon lange keine Frage, ob etwas getan werden muss. Jeder wird gebraucht und kann etwas tun.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Mit der Agenda 2030 haben die vereinten Nationen (UN) beim Nachhaltigkeitsgipfel 2015 insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung festgelegt. Mit diesen 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDGs) soll eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene gesichert werden.

Dass sich die vereinigten Nationen auf diese Ziele einigen könnten, lässt Hoffnung aufkommen. Doch Ziele festlegen, reicht leider nicht. Entsprechende Handlungen sind nötig, um sie auch zu erreichen.

Dabei ist es leicht, dies für eine Sache auf politischer Ebene abzutun. Doch wenn wir wirklich eine große Veränderung erreichen wollen, braucht es deutlich mehr. Damit die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung erreicht werden können, müssen wir alle mitmachen.

Dafür ist es wichtig, dass du dich erstmal mit den Zielen vertraut machst. Im Folgenden möchte ich dir zusätzlich aufzeigen, was du persönlich auf täglicher Basis tun kannst. Oft sind gar keine großen Veränderungen nötig. Indem wir nur Kleinigkeiten verändern, können wir Großes bewirken.

5 Kernbotschaften

Den 17 Nachhaltigkeitszielen gehen 5 handlungsleitende Prinzipien voran: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft (englisch: People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership – die “5 Ps“).

  • Menschen: Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt. Eine Welt ohne Armut und Hunger ist für alle möglich.
  • Planet: Wir müssen unseren Planeten schützen, den Klimawandel begrenzen und unsere natürliche Lebensgrundlagen bewahren.
  • Wohlstand: Wohlstand soll für alle gefördert werden – nicht nur für wenige. Globalisierung sollte daher gerecht gestalten werden.
  • Frieden: Wir Menschen sehnen uns nach Frieden und Sicherheit. Dies sollten wir aktiv fördern. Die Bewahrung der Menschenrechte sowie eine gute Regierungsführung sind dabei elementar.
  • Partnerschaft: Niemanden zurücklassen, ist das Motto. Damit wir die globalen Ziele erreichen, müssen wir auch global gemeinsam voranschreiten. Dafür sind globale Partnerschaften wichtig. 

Die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

1. Keine Armut

Agenda 30 SDG: Ziel 01

„Armut in allen ihren Formen und überall beenden.“

Auch wenn wir im Alltag nichts davon mitbekommen, doch ca. 11% der Weltbevölkerung lebte 2015 in extremer Armut. Sie müssen von weniger als 1,25$ pro Tag leben. Diese extreme Armut soll bis 2030 komplett beendet werden.

In Deutschland herrschen zum Glück andere Verhältnisse. Doch auch hier waren nach dem Statistischen Bundesamt 2017 ca. 19% der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 13.152€ pro Jahr verdient (Stand 2017).

Das kannst du tun:

  • Biete deine Hilfe an und unterstütze Menschen in Not (z.B. Obdachlose, besonders bei Kälte)
  • Spende Sachen, die du nicht mehr brauchst: Kleidung, Essen, Fahrräder
  • Bevorzuge Produkte mit Fairtrade und ähnlichen Zertifikaten

​2. Kein Hunger

Agenda 30 SDG: Ziel 02

„Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.“

Jeder 9. Mensch gilt weltweit als unterernährt. Das ist eine erschreckend hohe Zahl. Vor allem da Unterernährung eines der größten Gesundheitsrisiken sowie der größten Entwicklungshemmnisse darstellt. Durch Hunger wird Flucht, Vertreibung, Perspektivlosigkeit und auch Gewalt gefördert.

Weltweit nimmt der Hunger sogar wieder zu. Vor allem in Afrika und in Teilen Südamerikas führen bewaffnete Konflikte sowie eine stagnierende Wirtschaft zu einem Anstieg von Unterernährung.

Der Hunger auf der Welt nimmt wieder zu
Die Grafik zeigt die Anzahl der unterernährten Menschen weltweit. https://de.statista.com/infografik/15511/anzahl-der-unterernaehrten-personen-weltweit/

Die folgende Grafik zeigt den Anteil der Personen in ausgewählten Ländern, die innerhalb eines Jahres zumindest zeitweise nicht genug Geld für Nahrung aufbringen konnten. Gerade in Russland, Indien und China ist eine deutlich positive Entwicklung zu beobachten. In Deutschland waren es 2011/2012 immerhin noch immer 4,6%.

Wo Menschen ihr Essen nicht bezahlen können
Die Grafik zeigt den Anteil der Personen, die innerhalb eines Jahres zumindest zeitweise nicht genug Geld für Nahrung aufbringen konnten. https://de.statista.com/infografik/2063/anteil-der-personen-die-innerhalb-eines-jahres-zumindest-zeitweise-nicht-genug-geld-fuer-nahrung-aufbringen-konnten/

Das kannst du tun:

3. Gesundheit und Wohlergehen

Agenda 30 SDG: Ziel 03

„Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.“

Es ist wunderbar, dass auch dieser Punkt bei den 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung auftaucht. Schließlich ist unsere Gesundheit die Basis für unsere Leistungsfähigkeit. Gesundheit ist gleichzeitig Voraussetzung, Ziel und auch Ergebnis von einer nachhaltigen Entwicklung. Immer noch sterben unzählige Menschen an Krankheiten, die bei richtiger Behandlung nicht tödlich verlaufen müssten oder ganz vermeidbar wären. Bis 2030 sollen viele dieser Krankheiten deutlich reduziert werden.

In Deutschland begegnen wir einer steigenden Zahl von chronischen Erkrankungen. Dass wir ansteckbare Krankheiten immer besser vermeiden und behandeln können, hat natürlich einen Einfluss auf diese Entwicklung.

Insgesamt steigt der Krankenstand in Deutschland. Doch auch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu interpretieren: Es lässt sich vermuten, dass die Krankschreibungen in wirtschaftlich angespannten Zeiten sinken, weil Arbeitnehmer fürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn sie sich Krankschreiben lassen.

Krankenstand in Deutschland steigt
Die Grafik zeigt den durchschnittlicher Krankenstand in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in den Jahren 1991 bis 2018. https://de.statista.com/infografik/16818/krankenstand-in-der-gesetzlichen-krankenversicherung/

Das kannst du tun…

4. Hochwertige Bildung für alle

Agenda 30 SDG: Ziel 04

„Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern.“

Bildung ist ein Menschenrecht. Gleichzeitig ist es eine wichtige Grundlage für Entwicklung – sowohl vom Einzelnen als auch von der Gesellschaft. Durch Bildung können wir unsere politische, soziale, kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation verbessern. Weltweit haben Millionen von Kindern nicht einmal Zugang zu einer Grundschule.

In Deutschland sieht die Situation zum Glück deutlich besser aus. Doch selbst hier leben ca. 7,5 Millionen Erwachsene, die als funktionale Analphabeten gelten. Sie können meist nur rudimentär Leben und Schreiben. Nichtsdestotrotz arbeitet etwa die Hälfte von ihnen.

Funktionale Analphabeten auf dem deutschen Arbeitsmarkt
Diese Grafik zeigt, in welchen Berufen sogenannte funktionale Analphabeten in Deutschland arbeiten. https://de.statista.com/infografik/5858/funktionale-analphabeten-in-deutschland/
Bildungsstand: Verteilung der Bevölkerung in Deutschland nach höchstem Schulabschluss (Stand 2017)
Die Statistik zeigt den Bildungsstand in Deutschland und bildet die Verteilung der Bevölkerung nach Schulabschluss (Stand 2017) ab. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1988/umfrage/bildungsabschluesse-in-deutschland/

Das kannst du tun:

  • Spende alte Lehrbücher oder Sachbücher
  • Engagiere dich ehrenamtlich z.B. beim Netzwerk vorlesen
  • Teile gute Inhalte wie Artikel und Podcast Folgen mit Bekannten. Rege Unterhaltungen an und tausch dich mit anderen aus
  • Bilde dich selbst immer weiter, lies Bücher und höre Podcasts

5. Geschlechtergleichheit

Agenda 30 SDG: Ziel 05

„Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.“

Noch immer werden Frauen fast überall auf der Welt benachteiligt und ihren Rechten beraubt. Jede Dritte Frau soll weltweit in Laufe ihres Lebens Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt werden. Selbst Genitalverstümmelung bei Frauen ist in einigen Ländern eher gängige Praxis als eine Ausnahme. 

Sicherlich werden Frauen und Männer in Deutschland deutlich gleichberechtigter behandelt als in vielen anderen Ländern. In den vergangen Jahrzehnten hat sich in der Richtung zum Glück viel getan. Dennoch kann man in vielen Bereichen nicht von einer Gleichberechtigung sprechen. Dafür muss man sich nur mal den Frauenanteil in den Vorständen der größten deutschen Unternehmen anschauen. Auch wenn es eine erfreuliche Entwicklung gibt, sind die Anteile doch noch sehr niedrig. Und diese Zahlen lassen sich sicherlich nicht damit erklären, dass Frauen in dieser Position keinen gute Arbeit leisten könnten.

Frauenanteil in den Vorständen* der 100 bzw. 200 größten deutschen Unternehmen** von 2006 bis 2018
Die Statistik zeigt den Frauenanteil in den Vorständen* der 100 bzw. 200 größten deutschen Unternehmen** in den Jahren von 2006 bis 2018. Im Jahr 2018 betrug der Anteil der Frauen in den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen 9,0 Prozent. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/180102/umfrage/frauenanteil-in-den-vorstaenden-der-200-groessten-deutschen-unternehmen/

Das kannst du tun:

  • Hinterfrage deine Rollenbilder. Rege Diskussionen zu dem Thema an.
  • Melde Diskriminierung sowie körperliche und sexuelle Belästigungen bzw. Übergriffe – besonders am Arbeitsplatz.

6. Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Agenda 30 SDG: Ziel 06

„Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.“

Sauberes Wasser ist Grundlage für unser Leben. Es ist für uns elementar als Trinkwasser, aber auch um unsere Nahrungsmittel herzustellen. Auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Menschenrecht. Trotzdem haben Millionen von Menschen keinen Zugriff darauf. Dreckiges Wasser ist Ursache für viele Krankheiten und Todesfälle. Gleichzeitig sind in vielen Gegenden der Welt saubere Toiletten noch eine Seltenheit. 

In Deutschland sind wir flächendeckend mit sauberem Wasser versorgt. Dass sauberes Trinkwasser jederzeit aus unseren Wasserhähnen fließt, sollten wir jedoch nicht als selbstverständlich ansehen. Besonders durch Land- und Tierwirtschaft, Pharmaindustrie sowie der chemischen Industrie gelangen unglaublich viele Chemikalien in unser Grundwasser. Die Folgen können wir momentan noch nicht wirklich abschätzen. Doch es sollte klar sein, dass dies eine besorgniserregende Entwicklung ist.

Das kannst du tun:

7. Bezahlbare und saubere Energie

Agenda 30 SDG: Ziel 07

„Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern.“

Weltweit wird der überwiegende Teil der Energie aus fossilen Energieträgern gewonnen. Das ist nicht nur schlecht für unsere Umwelt, sondern schadet auch unserer Gesundheit. Schadstoffe gelangen in die Luft und dann direkt oder indirekt in unseren Organismus. Insgesamt entstehen enorme Kosten durch Klimaschäden sowie Gesundheitskosten, die die Allgemeinheit tragen muss.

In Deutschland gehen wir langsam in Richtung regenerativer Energien. Doch Vorreiter sind wir in dem Bereich definitiv nicht. Viele Potenziale bleiben ungenutzt.

Das kannst du tun:

  • Wechsel zu einem Ökostromanbieter
  • Spare Strom, indem du z.B. den Stecker von Geräten ziehst, die gerade nicht genutzt werden

8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Agenda 30 SDG: Ziel 08

„Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.“

In den letzten Jahrzehnten ist die Wirtschaft in vielen Länder enorm gewachsen. Leider auf Kosten von natürlichen Ressourcen. Schon längst haben die Menschen in den „entwickelten“ Länder einen Lebensstiel, der die Ressourcen von mehreren Erden benötigten würde. Wir haben die ökologischen Grenzen schon lange überschritten.

Es ist nur verständlich, dass die Menschen in ärmeren Gegenden ebenfalls Wohlstand wollen. Doch dieser Wohlstandszuwachs muss ökologisch sowie sozial nachhaltig gestaltet werden. Gleichzeitig müssen Länder wie Deutschland deutlich nachhaltiger agieren und soziale, ökologische sowie wirtschaftliche Entwicklungsziele in Einklang bringen.

Das kannst du tun:

  • Bevorzuge regionale Produkte von regionalen Unternehmen
  • Entscheide dich für Produkte mit fairen Produktionsbedingungen

9. Industrie, Innovation und Infrastruktur

Agenda 30 SDG: Ziel 09

„Widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.“

Wenn die Wirtschaft wachsen soll, so muss eine funktionierende Infrastruktur vorhanden sein. Beim Aufbau und der Weiterentwicklung von Infrastruktur sollte  der Aspekt der Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen.

Wir haben in Deutschland sicherlich eine gute Infrastruktur im Vergleich zu vielen anderen Ländern. Doch es ist noch enorm viel Potenzial vorhanden. Öffentliche Verkehrsmittel sind alles andere als wirklich zuverlässig. Das merken wir spätestens jedes Jahr, wenn völlig „überraschend“ der Winter kommt.

Man könnte meinen, dass Deutschland viel in die Infrastruktur investiert. Doch dann steht man nur wenige Kilometer von Berlin entfernt in einem Funkloch. Ich hatte schon auf einem Boot mitten im Meer in Vietnam eine bessere Internetverbindung als in Berlin selbst. Da fällt mir nicht mehr viel ein.

Auch wenn diese Entwicklung meist eine Sache des Bundes, der Länder oder der Gemeinden ist, kann jeder sich einsetzen. Es fängt damit an, womit du dich zufrieden gibst. Soll es einfach nur irgendwie funktionieren oder willst du, dass es gut ist? Nach welchen Kriterien wählst du deinen Strom-, Internet- oder Versicherungsanbieter aus? Ich hoffe nicht nur in Bezug auf den Preis.

10. Weniger Ungleichheiten

Agenda 30 SDG: Ziel 10

„Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.“

Es ist offensichtlich, dass ein enormer Unterschied zwischen den Einkommen sowie Lebensstandards in verschiedenen Ländern herrscht. Doch auch innerhalb der einzelnen Länder gibt es oft sehr große Unterschiede bei den Einkommen. Die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer.

Auch in Deutschland macht die Einkommensschere Probleme. Die Ungleichheit bedroht den gesellschaftlichen Zusammenhalt und hat einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung.

Soziale Ungleichheit wächst
Die Grafik zeigt die Entwicklung von dauerhafter Armut und dauerhaftem Reichtum in Deutschland (in %) https://de.statista.com/infografik/15991/soziale-ungleichheit-in-deutschland/

Neben dem Einkommen gibt es noch viele weitere Bereich in denen Ungleichheit herrscht. Der Umgang mit Menschen mit Behinderungen sowie ganz allgemein Rassismus zeigt dies sehr deutlich.

Das kannst du tun:

  • Bevorzuge Unternehmen mit fairen Arbeitsbedingungen
  • Unterstütze Unternehmen, die die auf Inklusive setzen (alle Menschen werden gleich einbezogen)
  • Gib selbst Sprach- und Integrationskurse

11. Nachhaltige Städte und Gemeinden

Agenda 30 SDG: Ziel 11

„Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.“

Immer mehr Menschen leben in immer größeren Städten. Die Ansammlung von so vielen Menschen auf verhältnismäßig kleiner Fläche bringt viele Herausforderungen. Dichter Verkehr, hoher Energiebedarf, viel Müll und Abwasser sowie große Mengen an Schadstoffen in der Luft sind nur einige. Gleichzeitig sind Städte damit eine hervorragende Möglichkeit viele Probleme effektiv anzugehen.

In vielen Städten ist eine geregelte Abfallentsorgung oder emissionsarme Verkehrssysteme noch ein riesiges Problem. In Deutschland können wir uns in dieser Hinsicht glücklich schätzen. Eine gut funktionierende Städtestruktur ist weiterhin eine große Herausforderung – vor allem unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

Das kannst du tun:

  • Informiere dich über deine Rechte und Möglichkeiten
  • Nutze öffentliche Verkehrsmittel
  • Unterschreibe Petitionen, die sich gegen nicht-nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte einsetzen

12. Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Agenda 30 SDG: Ziel 12

„Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.“

Wir leben schon lange über unsere ökologischen Verhältnisse. Damit verbrauchen wir deutlich mehr Ressourcen als unser Planet regenerieren kann. Stattdessen sollten wir die natürlichen Grenzen unserer Erde respektieren und berücksichtigen.

Das bedeutet, dass wir deutlich nachhaltiger produzieren sollten. Gleichzeitig bedeutet dies einen Wechsel zu einem nachhaltigen und bewussten Konsum. Hier ist im besonderen Maße das Verhalten von jedem einzelnen von uns entscheidend.

Ökologischer Fußabdruck: Anzahl der benötigten Erden, wenn die Weltbevölkerung wie die Bevölkerung der aufgeführten Länder leben würde (Stand 2017)
Ökologischer Fußabdruck: Anzahl der benötigten Erden, wenn die Weltbevölkerung wie die Bevölkerung der aufgeführten Länder leben würde: Die Statistik bildet den ökologischen Fußabdruck der Länder mit den höchsten Werten weltweit im Jahr 2017 ab. https://www.footprintnetwork.org/content/uploads/2017/06/How_many_earths_2017.png

Das kannst du tun:

  • Konsumiere bewusst und hinterfrage dein Konsumverhalten
  • Kaufe auch gebrauchte Produkte wie z.B. Bücher oder Kleidung
  • Informiere dich über die Produktionsbedingungen und wähle faire Unternehmen
  • Verzichte auf Plastiktüten und nutze Stoffbeutel

Siehe auch:

13. Maßnahmen zum Klimaschutz

Agenda 30 SDG: Ziel 13

„Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.“

Unser Klima ändert sich. Wie groß der Einfluss des Menschen wirklich ist, lässt sich schwer sagen. Doch sicherlich haben wir einen großen Einfluss. Die Folgen sind Wassermangel, Dürre, Wirbelstürme, Überschwemmungen und Hitze- sowie Kälteperioden.

Neben Handlungen auf internationaler, politischer und wirtschaftlicher Ebene ist jeder einzelne von uns gefragt. Unser Verhalten und unsere Entscheidungen haben einen großen Einfluss und können direkt zum Klimaschutz beitragen.

Das kannst du tun:

  • Nutze das Fahrrad statt dem Auto
  • Pflanze Bäume, Blumen und andere Pflanzen
  • Bevorzuge regionale Produkte und vermeide lange Lieferwege
  • Reduziere deinen Konsum von tierischen Produkten

14. Leben unter Wasser

Agenda 30 SDG: Ziel 14

„Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.“

Die Bewahrung und nachhaltige Nutzung der Ozeane und Meere mit all ihren Bewohnern ist für uns alle wichtig. Die Meere und deren Zustand haben eine riesigen Einfluss auf unser Leben auf dem Land. Daher sollte für uns alle der Schutz der Artenvielfalt von Bedeutung sein.

Doch bereits 30% der weltweiten Fischbestände sind überfischt. Im Mittelmeer sind es sogar 82%. Doch nicht nur Überfischung bedroht das Leben im Meer.

Die Erderwärmung, die Versauerung, die enorme Belastung mit Chemikalien sowie die Millionen Tonnen von Plastik, die jährlich in den Ozeanen landen, sind weitere Herausforderungen. Chemikalien, Medikamente und Plastik schaden nicht nur den Meerestieren, sondern gelangen auch wieder in die menschliche Nahrungskette. Allein der Blick auf den jährlichen Verbrauch von Kunststoffverpackungen in Deutschland ist erschreckend. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Prozent davon im Meer landet.

Verbrauch von Kunststoffverpackungen in Deutschland in den Jahren 1991 bis 2016 (in 1.000 Tonnen)
Die Statistik zeigt den Verbrauch von Kunststoffverpackungen in Deutschland in den Jahren 1991 bis 2016. Im Jahr 2016 lag der Verbrauch von Kunststoffverpackungen in Deutschland bei rund 3,1 Millionen Tonnen. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156525/umfrage/verbrauch-von-kunststoffverpackung-in-deutschland-seit-1991/

Das kannst du tun:

  • Verzichte auf Plastiktüten und vermeide Kunststoffverpackungen bestmöglich
  • Kaufe nur Fischarten, die nicht durch Überfischung bedroht sind (möglichst Aquakultur)

15. Leben an Land

Agenda 30 SDG: Ziel 15

„Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.“

Nicht nur die Ökosysteme im Meer werden zerstört, auch auf dem Land machen wir kein Halt. Vor allem die wichtigen Regenwälder werden zunehmend vernichtet, um Platz für Palmöl-, Argrartreibstoff sowie Futtermittelproduktion zu machen.

Auch in Deutschland nimmt die biologischer Artenvielfalt immer mehr ab. Rücksichtslos wird hauptsächlich an Profit gedacht. Hauptsache günstig, koste es, was es wolle.

Das kannst du tun:

  • Nutze Splitt im Witter statt Streusalz
  • Richte Vogelhäuser und Nistplätze ein
  • Nutze keinen chemischen Insektenschutz oder andere Chemikalien im Garten
  • Wähle biologische und regionale Lebensmittel

16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Agenda 30 SDG: Ziel 16

„Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.“

In vielen Bereichen der Welt ist ein stabiles Rechtssystem noch keine Normalität. Dabei ist Frieden und körperliche Unversehrtheit eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung.

Das kannst du tun:

  • Gehe wählen
  • Informiere dich über deine Rechte und die von anderen

17. Partnerschaft zur Erreichung der Ziele

Agenda 30 SDG: Ziel 17

„Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.“

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung können nur erreicht werden, wenn international zusammengearbeitet wird. Dafür braucht es globale Partnerschaften. Vor allem Länder, die noch nicht so weit entwickelt sind, sollten unterstützt werden.

Das kannst du tun:

  • Beteilige dich an Crowdsourcing Aktionen
  • Beteilige dich an regionalen Projekten

Jetzt bist du dran

Die 17 Ziele sind ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Doch wenn wir die vielen Herausforderungen meistern wollen, müssen wir alle auch wirklich aktiv werden.

Teilweise wären nur kleine Änderungen im Verhalten nötig. Gleichzeitig müssen viele Sachen deutlich nachhaltiger gestaltet werden. Zu oft steht noch der Profit an erster Stelle.

Das kannst du sofort tun:

  1. Erzähle jedem von den 17 Zielen: Teile die Webseite „https://17ziele.de“ oder diesen Artikel gezielt mit Bekannten.
  2. Gehe nochmal die 17 Ziele durch und entscheide dich für 1-2 Maßnahmen, die du ab sofort umsetzen wirst.
Simon Schubert
 

Simon ist studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit. Er unterstützt Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.

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