Stadtfarm: Urban Food als Zukunft des Essen? – Anne-Kathrin Kuhlemann

Die Stadtfarm produziert Gemüse und Fisch in einem fast geschlossenen Kreislauf im Landschaftspark in Berlin. „Urban Food für alle!“, lautet das Motto.

„Ohne gesunder Planet kein gesunder Mensch.“

– Anne-Kathrin Kuhlemann

Sind Projekte wie die Stadtfarm die Zukunft?

Die Stadtfarm ist ein äußerst modernen Projekt. Gleichzeitig fokussieren sich die Betreiber auf eine nachhaltig Produktion.

Themen über die wir sprechen

  • Wie kam die Idee für die Stadtfarm?
  • Was hat den größten Einfluss auf die Klimaveränderung?
  • Warum die Stadtfarm den Verzehr von tierischen Produkten nicht ablehnt
  • Urban Food: Lebensmittel nah am Verbraucher produzieren 
  • Welches Erlebnis in Annes Leben hat dazu geführt, dass sie sich mehr mit Ernährung und Umwelt beschäftigt hat
  • Wie sieht die Zukunft von Urban Farming aus?
  • AquaTerraPonik: Die Technologie hinter der Stadtfarm
  • Das Prinzip der AquaTerraPonik
  • Was sind Herausforderungen für die Stadtfarm und ähnliche Systeme
  • Passt moderne Technik und eine gesunde Ernährung zusammen?
  • Werden die Produkte vom Verbraucher angenommen?
  • Die Herausvorderung von Produktvielfalten
  • Wie wäre eine wünschenswerte Zukunft?

„Die Bereitschaft von Menschen, mehr für gute Lebensmittel auszugeben, ist bereits da.“

– Anne-Kathrin Kuhlemann

Gast dieser Folge: Anne-Kathrin Kuhlemann (Geschäftsführerin der Stadtfarm)

Seit 2017 betreiben wir Europas größte gläserne Stadtfarm im Landschaftspark Herzberge in Berlin. Unser Gemüse und Fisch werden in einem geschlossenen Kreislauf produziert und kommen ganz ohne Pestizide aus. Alle Produkte, zum Beispiel unser Stadtsalat, werden direkt am Standort zubereitet – so nah am Verbraucher wie möglich. ‘Urban Food für alle!‘ lautet unser Motto.

Mission der Stadtfarm

TopFarmers plant, baut und betreibt AquaTerraPonik®- Anlagen, in denen Fisch, Gemüse und Tropenfrüchte im städtischen Raum produziert werden. Auf kleinsten Flächen entstehen so gesunde, frische Lebensmittel für urbane Verbraucher. Seit 2017 betreibt das Unternehmen Europas größte gläserne Stadtfarm im Landschaftspark Herzberge. Dort werden jährlich 50 Tonnen Afrikanischer Wels und 30 Tonnen Salat, Kräuter, Tomaten und Gurken aber auch Exotisches wie Bananen, Ceylonspinat oder Maracuja erzeugt.

Ab 2018 sollen weitere Produktionsanlagen in Betrieb genommen werden, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Lebensmittel sollen gesund und frisch sein – und so naturbelassen wie möglich. Deswegen züchten wir Fisch und Gemüse sowie Tropenfrüchte in einem geschlossenen Kreislauf. Die Ausscheidungen der Fische werden von Bakterien in Dünger umgewandelt. Das Wasser fließt dann durch Becken mit Erde (Terra), in der sich auch Regenwürmer tummeln. Die Pflanzen nehmen die Nährstoffe auf und reinigen dadurch das Wasser, das dann wieder zu den Fischen gelangt. Unser Fisch, der afrikanische Wels (clarias gariepinus), ist einer der ganz wenigen, dessen Verzehr von WWF und Greenpeace noch empfohlen werden. Er lebt in seiner Heimat zur Trockenzeit ähnlich beengt wie in Aquakultur, deswegen ist er auch bei uns völlig entspannt – er kennt es ja nicht anders. Zudem ist er ein optimaler Futterverwerter, aus 1 kg Futter wird 1 kg Fisch. Da sein Filet auch noch sehr lecker und bissfest ist, ist Clara für uns die ideale Begleitung für unsere Pflanzen. In unserem System kommen weder Hormone noch Antibiotika zum Einsatz, genauso wenig wie Pestizide oder Herbizide. Durch die nachhaltige und ressourcenschonende Methode sparen wir 80% des Wassers, 80% der Fläche und 85% des CO2-Ausstoßes konventioneller Erzeugnisse!

Das Ganze findet direkt in der Stadt statt, so nah am Verbraucher wie möglich. Das Fischfilet von morgen schwimmt also heute noch im Wasser, und auch Salat, Tomate oder Ceylonspinat müssen nicht erst durch halb Europa transportiert werden. Je 1.000 m² Fläche wachsen Fische für 1.700 Menschen und Gemüse und Obst für 90 Menschen. So können Städte mit jeder Menge Lebensmitteln versorgt werden.

An wen richtet ihr euch besonders?

Wir richten uns an die gesamte Bevölkerung, vor allem an Menschen, die in der Stadt leben.

Was macht die Stadtfarm besonders?

Wir sind die erste und einzige Terra-Aqua-Ponik-Anlage mit einem geschlossenen Kreislauf.

Welchen Herausforderungen begegnet ihr? Wie versucht ihr diese zu meistern?

Als Startup arbeiten wir sehr dynamisch, ständig entstehen neue Ideen und Technologien, die wir in die Tat umsetzen. Dies ist ein steiniger Weg. Unser Ansporn ist es, schon bald viele weitere StadtFarmen in weiteren Städten einrichten zu können.

Perspektive Gesundheit möchte einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer gesünderen Lebensweise und einem bewussten sowie schonenden Umgang mit verfügbaren Ressourcen anregen. Welche Bedeutung spielt dies für euch?

Die Ziele der StadtFarm sind deckungsgleich mit den Ideen von Perspektive Gesundheit. Wir wollen gesunde Lebensmittel nachhaltig produzieren und die Zukunft der Ernährung in der Stadt neu denken.

„Wir sind wie ein Bauernhof.“

– Anne-Kathrin Kuhlemann

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Simon Schubert
 

Simon ist studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit. Er unterstützt Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.

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