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Provokantes Gesundheitsmanagement mit Frédéric Letzner

Inhalt dieser Podcast Folge

  • Was sind die wesentlichen Stellschrauben von Gesundheitsförderung?
  • Problem: Eigentlich wissen wir, was wir tun sollten, Wir tun es trotzdem nicht.
  • Mögliche Ursachen für unser ‘schlechtes’ Gesundheitsverhalten: Erziehung, fehlendes Selbstwertgefühl, Perfektionismus usw.
Wie relevant sind die Themen einer Gesundheitsberatung eigentlich?
– Frédéric Letzner


Anders ausgedrückt: Was sind eigentlich die wirklich relevanten Fragen bei der Gesundheitsförderung? Sehr viele Menschen beschäftigen sich mit dem Thema Gesundheit. Sie lesen Blogs und Bücher, hören Podcasts, sehen Videos usw. Viele von ihnen eignen sich viel Fachwissen an. Doch es zeigt sich immer wieder: Viel Wissen alleine nutzt nichts. Nur weil man etwas weiß, heißt es nicht, dass man es auch umsetzt.


Wissen alleine nützt nicht

Eine überaus wichtige Frage ist daher, wie wirksame Gesundheitsberatung und -förderung gestaltet werden sollte. Nur Fachwissen zu vermitteln, ist sicherlich nicht die effektivste Strategie. Wissensvermittlung ist wichtig, keine Frage. Doch verlieren wir uns nicht zu oft in Details? Sollten wir uns nicht viel mehr mit den wesentlichen Themen beschäftigen? Das Wesentlichen erstmal richtig angehen, als schnell immer weiter zu kleineren Themen zu springen?

Bevor wir uns genau über verschiedene Ernährungsgewohnheiten unterhalten, was denn nun besser sei, sollten wir erstmal das Wesentliche umsetzen. Isst du genügend Obst und Gemüse? Trinkst du viel Alkohol? Isst du über dein Sättigungsgefühl hinaus? Ist dein Essverhalten stark von deinen Emotionen beeinflusst? Nimmst du viele verarbeitete Produkte zu dir? Solche Themen sollten wir zuerst angehen, dann können wir weiterschauen.

Auf die Umsetzung kommt es an

Wollen wir dann unser Verhalten ändern – nicht nur darüber reden –, machen wir meisten einen verbreiteten Fehler: Wir appellieren an unsere Vernunft. Der Trugschluss liegt auch nur zu nahe: Wenn man es besser wüsste, würden wir es besser machen. Naja, wir wissen alle, dass dem nicht so ist. Nur weil wir es wissen, tun wir es nicht.

Tatsächlich ist es auch absolut nicht so einfach, unser Verhalten zu ändern. Gedanken- und Verhaltensmuster haben sich tief in unser alltägliches Tun geschlichen. Jeder weiß von der Bedeutung, die Gewohnheiten haben. Doch unsere Gewohnheiten wirkungsvoll zu ändern, fällt den meisten schwer. So machen wir immer wieder gut gemeinte Anläufe. Häufig klappt es mit der langfristigen Umsetzung jedoch nicht. Der Wille und die Motivation müssen da sein, doch reichen sie meist nicht aus. Es braucht mehr für eine langfristige Verhaltensänderung.


Die Ursachen liegen tiefer

Wollen wir unser Verhalten wirklich ändern, sollten wir nach den tiefliegenden Ursachen schauen, die die Verhaltensänderung so schwer machen. Warum verhalten wir uns eigentlich, wie wir uns verhalten? Erziehung, fehlendes Selbstwertgefühl und Perfektionismus sind nur einige der häufigen Ursachen. Meist sind es viele verschiedene Themen, die ineinandergreifen und sich gegenseitig beeinflussen. Meistens lassen sie sich nicht so einfach erkennen.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Erziehung oder fehlendes Selbstwertgefühl nur wenig mit dem Ernährungsverhalten zu tun haben. Weit gefehlt. Oft beeinflussen sie es maßgeblich. Es sind Gedankenmuster wie “Erst wenn du dein Gemüse isst, bekommst du etwas Süßes”, die tief in uns verankert sind. Die dahinter liegende Message: Gemüse ist die Arbeit – das Unangenehme. Süßes ist die Belohnung, schließlich musst du es dir erst verdienen.

Bei fehlendem Selbstwertgefühl können wir meinen, dass wir es gar nicht wert sind, dass es uns gut geht. Bei solche einer unbewussten Einstellung fangen wir schnell an, uns selbst zu sabotieren. Ändern wir unser Verhalten und machen Fortschritte, verhindern wir dann sofort weitere Fortschritte. Schließlich darf das so gar nicht sein. “Nicht, dass es mir dann noch gut geht.” Ernährungsumstellungen sind dann nicht der effektive Weg, vielmehr sollte man langsam sein Selbstwertgefühl steigern.


Verhaltensänderung: Die große Herausforderung

Wir haben das Thema nur ganz leicht angeschnitten. Doch schnell wird klar, wie tiefgründig es eigentlich ist. Verhaltensänderungen sind nicht so einfach, wie man oft denkt, oder? Dass Verhaltensänderungen teilweise ganz einfach und schnell gehen, zeigen uns die ‘negativen’ Beispiele. Wenn wir ungewünschte Gewohnheiten aufnehmen. Solche die wir später wieder loswerden wollen. Das ist eine wichtige Erkenntnis. Anscheinend kommt es sehr auf den Kontext sowie unsere Einstellung zu der Verhaltensänderung an. Daran können wir arbeiten. Es liegt also an uns.

Natürlich ist das auch eine große Herausforderung für professionelle Gesundheitsberater. Mit einfacher Wissensvermittlung ist es nicht getan. Wer es dabei belässt, nutzt ein großes Potenzial nicht aus. Mehr: Er macht meist keine gute Arbeit.


Fazit

Gesundheitsförderung ist deutlich mehr als Wissensvermittlung. Viel wichtiger ist die Konzentration auf die wesentlichen Themen. Solche die eine große Wirkung haben. Genussgifte, Chemikalien, stark verarbeitete Lebensmittel, wenig Bewegung, viel Stress usw. sind die großen Stellschrauben. Erst wenn diese auch wirklich umgesetzt werden, ist es sinnvoll sich mit Details zu beschäftigen.


Shownotes – Folge mit Frédéric Letzner


Personen, Dinge & Orte über die wir gesprochen haben


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Über den Autor

Simon M.C. Schubert

Simon Schubert ist studierter Gesundheitsmanager, Personal Trainer und Präventionsexperte.


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