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Hanfsamen: Wirkung, Inhaltsstoffe, Verwendung und Nebenwirkungen

Simon Schubert
Von Simon Schubert / 10. Juli 2018
Hanfsamen: Wirkung, Inhaltsstoffe, Verwendung und Nebenwirkungen

Hanfhaltige Lebensmittel werden immer beliebter. Vor allem Hanfsamen landen immer mehr auf dem Speiseplan. Doch oft werden sie zu viel gelobt und zu viele Wirkungen angepriesen. Was heißt das nun für dich? Solltest du sie essen oder eher nicht?

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Was sind Hanfsamen?

In Asien wird die Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) schon sehr lange als Kultur- und Nutzpflanze verwendet.

Hanf kennen die meisten vor allem im Zusammenhang mit der Rausch erzeugenden Wirkung. Wenn du dich nur dafür interessiert, bist du auf dieser Seite nicht unbedingt an der richtigen Stelle. Stattdessen fokussiere ich mich auf andere Wirkungen und Verwendungszwecke vor allem Hanf als Lebensmittel.

Mit den Hanffasern der Pflanze lassen sich zum Beispiel Papier und Textilien herstellen. Die Samen und Blätter werden traditionell als Lebensmittel genutzt. Das Angebot an hanfhaltigen Lebensmitteln wächst stetig und wird immer verbreiteter. So gibt es vielfältige Angebote wie Tee aus Hanfblättern, Hanfmehl, Hanföl, Hanf-Proteinpulver, Getränke wie Bier und Limonade aus Hanf und natürlich die Hanfsamen selbst.

Die Hanfsamen sind ca. 3 mm große Samen der Hanfpflanze. Sie werden als Superfoods oder auch als Nahrungsergänzungsmittel mit wertvollen Inhaltsstoffen und gesundheitlichen Wirkungen beworben.

Viel ist dran, doch nicht alles.


Wirkung: Sind Hanfsamen gesund?

Wenn ich eine klare Antwort geben müsste, ob Hanfsamen gesund sind: Ja sind sie.

Doch zum Glück kann ich ein bisschen mehr dazu sagen. Denn was heißt das genau? Wofür oder wogegen helfen die Samen denn?

“Hanfsamen werden in der Werbung und in Internetforen zahlreiche gesundheitliche Wirkungen zugesprochen. Unter anderem sollen sie dazu beitragen, dass sich die Muskeln nach einer Belastung erholen, und sowohl beim Abnehmen helfen als auch den Blutdruck den Cholesterinspiegel sowie den Blutzuckerwert senken. Dies ist aber wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Daher hat die EU bislang keine Aussage zu einer etwaigen Gesundheitswirkung von Hanfsamen (Health-Claim) erlaubt.”


Also doch keine gesundheitliche Wirkung? Keine Sorge, nur nicht so schnell.

Tatsächlich werden Hanfsamen viele verschiedene Wirkungen nachgesagt. Unter anderem sollen sie dabei unterstützen … 

  • Entzündung zu hemmen (Fettsäureprofil u.a. Gamma-Linolensäure)
  • den Blutdruck zu senken
  • das Immunsystem zu stärken
  • Krebs präventiv entgegenzuwirken
  • der Zellalterung entgegenzuwirken
  • und vieles mehr.

Das wichtige Detail: Sie unterstützen den Körper bei Stoffwechselprozessen und einer normalen Körperfunktion. Als natürliches Lebensmittel können sie als Bestandteil einer gesunden Ernährung die eigene Gesundheit fördern.

Als Lebensmittel wirken sie nicht wie ein Medikament, sodass es schwer sein wird, klare wissenschaftlichen Korrelationen zu bestimmten Wirkungen festzustellen. Doch solange wir keine Hanfsamen verkaufen wollen, soll uns das nicht weiter stören. Einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit haben sie trotzdem. Genau wie sehr viele andere natürliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse, Samen usw. auch. Was steckt denn nun aber alles in den Samen?


Inhaltsstoffe und Nährwerte

Tatsächlich finden wir in Hanfsamen eine Reihe wichtiger Nährstoffe darunter: Eisen, Magnesium, Zink, Kalium, Mangan, Kupfer, Vitamin E und B1. Vitamin B2 nur in geringen Mengen. Weiterhin weisen die Samen einen hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren auf, womit sie ein guter Eiweißlieferant sind. Wertvolle Fettsäuren unter anderem auch die Gamma-Linolensäure und Antioxidantien runtern das Ganze ab.

Hanfsamen geschält oder ungeschält?

Die Schale der Samen kann man ohne Bedenken essen. Durch die eher harte Schale schmecken die Hanfsamen noch nussiger und sind sehr knusprig. Geschälte Samen hingegen sind deutlich weicher und im Geschmack zarter.

Neben dem Geschmack ist ein großer Unterschied, dass die ungeschälten Samen viel mehr Ballaststoffe enthalten. Wie oben in der Tabelle zu sehen ist, unterscheiden sich die weiteren Makronährwerte ansonsten nicht allzu stark.

Ob geschält oder nicht geschält hängt vor allem maßgeblich vom Geschmack ab. Je nachdem welches Gericht gerade gezaubert wird, passen eher geschälte oder ungeschälte Hanfsamen besser. Da die Tendenz eher in Richtung einer Unterversorgung von wertvollen Ballaststoffen geht, sollte ruhig öfters zu der ungeschälten Variante gegriffen werden. Diese ist zudem auch die günstigere.


Haben Hanfsamen Nebenwirkungen?

Ganz allgemein sind keine wirklichen Nebenwirkungen bekannt. Vor allem die Klassiker Gluten und Laktose sind nicht enthalten und auch Nuss-Allergiker fahren gut. Dennoch können Allergien nie ausgeschlossen werden. Beim Thema Hanf haben die meisten jedoch ganz andere Bedenken in Richtung Nebenwirkungen.


Machen Hanfsamen hight?

Oder anders gefragt: Enthalten sie THC (Tetrahydrocannabinol)? Den Stoff, der für das bekannte Rausch-Gefühl zuständig ist. Ob man die Wirkung überhaupt als Nebenwirkung ansieht, sei hier mal völlig außer Frage gestellt.

“Für THC in hanfhaltigen Lebensmitteln gelten in Deutschland, Belgien und der Schweiz Richtwerte; in der Regel werden sie eingehalten - aber es kann auch Ausnahmen geben. …
Vorsicht ist bei Produkten aus dem Ausland geboten.”


Solche Richtwerte wurden vom damaligen Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) im Jahr 2000 festgesetzt. Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass diese Grenzwerte nicht überschritten werden. Es gibt jedoch immer wieder Fälle, bei denen Produkte mit deutlich höheren Werten auftauchen. Für die meisten würde selbst das keine wirklichen gesundheitlichen Folgen haben. Schließlich isst kein Menschen kiloweise Hanf – anders als so manches Tier.

Für den einen beruhigend, für den anderen enttäuschend: Handelsübliche Hanfsamen enthalten also normalerweise keine relevante Menge an THC.


Verwendung, Zubereitung und empfohlene Zufuhr

Hanfsamen können auf viele verschiedene Art und Weisen verwendet werden. Die wohl einfachste: Einfach über das Essen streuen. Alternativ auch einfach in den Smoothie.

Vor allem zu Müsli, Salat, Smoothie und Joghurt passen die Samen. Ansonsten auch einfach pur als Snack zwischendurch.


Empfohlene Zufuhr

Wie viel Hanfsamen sollte man zu sich nehmen?

Da lässt sich keine wirkliche Empfehlung aussprechen. Hanfsamen können jedoch gut die eigene gesunde Ernährung sinnvoll ergänzen.

Das bedeutet: Hanfsamen müssen absolut nicht auf dem Speiseplan stehen. Es gibt genügend gute Alternativen. Doch gerade regional angebauter Hanf kann eine hervorragende Ergänzung der Ernährung darstellen.

Wie mit allen anderen Lebensmitteln sollte man es nur nicht übertreiben. Wer täglich mehrere hundert Gramm einer Nusssorte verspeist, sollte sich nicht allzu sehr über eine Nussallergie wundern. Natürlich muss es nicht dazu kommen, trotzdem würde ich mehr Variabilität empfehlen.

Gerne dürfen einige Gramm täglich verspeist werden. Die meisten werden auch mal mit 100 g keine Probleme bekommen. Also nicht übertreiben und dann kannst du dich an einem wundervollen Lebensmittel erfreuen.

Meine Empfehlung

Hanfsamen: geschält und bio | ungeschält und bio


Die Verwendung von Hanfmehl und Hanföl

Immer verbreiteter sind auch Hanfmehl und Hanföl erhältlich. Beides lässt sich vielfältig verwenden. Doch ich kann beides nur bedingt empfehlen. Hanfmehl tendenziell noch eher.

Der Grund ist einfach: Die enthaltenen Fettsäuren sind reaktionsfreundlich. Deswegen sollten sie möglichst nicht erhitzt werden. Aber auch sonst können sie schnell oxidieren. Dann sollte man sie nicht mehr zu sich nehmen. Unter bestimmten Umständen wie sehr starkem Erhitzen können sogar Transfettsäuren entstehen.

Im natürlichen Zustand sind die Fettsäuren im Samen geschützt. Dann sind sie deutlich stabiler. Allein durch die Pressung machen wir dieses System jedoch zunichte. Eine Kaltpressung ist deutlich besser, als eine bei der Hitze entsteht. Doch genau wie bei Leinöl hat das Lebensmittel einen Verarbeitungsschritt hinter sich, der den genannten Nachteil erzeugt. Außerdem werden durch die Verarbeitung viele wertvolle Nährstoffe entfernt.

Eine ähnliche Verarbeitung hat das Hanfmehl hinter sich. Nur wurden hier die meisten Fettsäuren entfernt. Dadurch gelten die genannten Punkte für das Mehl eher nicht. Nichtsdestotrotz würde ich das Mehl möglichst auch nicht erhitzen. Wenn dann bitte schonend.

Sowohl für das Öl als auch das Mehl gibt es viele andere deutlich attraktivere Alternativen. Gleichzeitig stellen beide Varianten attraktivere Alternativen zu gängigen Lebensmitteln dar. Vor allem wer den Geschmack im Essen mag, wird wohl trotzdem darauf zurückgreifen.

Meine Empfehlung: Wenn es geht, möglichst die natürlichen Samen benutzen. Wer unbedingt Hanföl möchte, könnte es sich selber – kalt – pressen. Doch das kann wohl keine ernstgemeinte und vor allem praktische Empfehlung sein. Ansonsten einfach sehr schnell verbrauchen und nicht lange lagern.


Fazit

Hanf ist ein Naturprodukt, welches vielseitig einsetzbar ist. Immer mehr Produkte erobern die Regal von Supermärkten. Wer keine außergewöhnlichen Wirkungen erwartet, der erhält mit Hanfsamen ein gesundes Lebensmittel, mit dem die eigene Ernährung sinnvoll ergänzt werden kann.

Über den Autor

Simon Schubert

Als studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit unterstütze ich Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.


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