MSM bei Muskelschmerzen

Community
Von Community / 16. März 2018

Was Methylsulfonylmethan (MSM) ist, wurde ja bereits in einem vergangenen Blog-Artikel geklärt. Dementsprechend weißt du auch sicher noch, wie wichtig der organische Schwefel für den menschlichen Organismus eigentlich ist. Heute wollen wir uns einmal genauer mit der schmerzstillenden Wirkung von organischem Schwefel bei Muskelschmerzen beschäftigen. Inspiriert wurde ich unter anderem von diesem Artikel.


Ursachen für Muskelschmerzen


Muskelschmerzen gehören gerade bei Sportlern zu den häufigsten Schmerzarten. Hervorgerufen werden Sie in der Regel durch Überlastung, Fehlbelastung oder Verletzungen, wobei die Übergänge oft natürlich fließend sind. Die Palette der Ursachen reicht vom einfachen Muskelkater über Verspannungen bis hin zu Prellungen und Muskelfaserrissen. Muskelschmerzen können aber auch die Begleiterscheinung einer Erkrankung sein. Infektionskrankheiten wie die Grippe (Influenza) sind ein Paradebeispiel für solche Muskelschmerzen, die sich am ganzen Körper durch eine Art Schweregefühl bemerkbar machen. 

Muskelschmerzen können auch infolge von Entzündungen durch eine Infektion mit Viren, Parasiten und Bakterien hervorgerufen werden. Wäre es nicht schön, wenn sich du diese Schmerzen lindern könntest, ohne gleich zu den typischen Verdächtigen aus dem Arzneischrank greifen zu müssen? Die gute Nachricht ist, dass du genau das mit Hilfe von organischem Schwefel tun kannst.


MSM gegen Muskelschmerzen

Der renommierte Arzt Professor Jacob bezeichnet organischen Schwefel sogar als eines der sichersten und wirksamsten Schmerzmittel. Im Rahmen zahlreicher Studien mit über 20.000 Teilnehmern hat Jacobs herausgefunden, dass organischer Schwefel bei zahlreichen Schmerzarten Abhilfe verschafft. Neben Gelenk- und Kopfschmerzen betrifft das auch Muskelschmerzen. 

Wenn du regelmäßig Sport treibst, ist dieser Aspekt gleich aus mehreren Gründen interessant. Einerseits, um das Schmerzempfinden während der Belastung etwas zu reduzieren und andererseits, um nach dem Sport gegen belastungsbedingte Muskelschmerzen vorzugehen.


Organischer Schwefel verringert Muskelschäden

Schmerzen treten nach dem Sport vor allem durch die mechanische Belastung auf. Schließlich steht jede einzelne Muskelfaser während des Trainings unter Hochspannung, um Leistung zu erzielen. Und wer seine Leistung verbessern möchte, muss sich steigern. Diese hohe Belastung führt jedoch zu mikrofeinen Rissen in den Z-Scheiben der Muskelfasern, die sich mit Flüssigkeit füllen und eine entzündliche Reaktion hervorrufen. 

Die so freigesetzten Botenstoffe werden durch die Flüssigkeit herausgespült und geraten so in Kontakt mit Schmerzrezeptoren. Den so entstehenden Muskelschmerz kennst du als Muskelkater. Forscher der Islamic Azad University haben nun herausgefunden, dass organischer Schwefel einen positiven Einfluss auf die Muskelregeneration und die Wahrnehmung von Muskelschmerzen hat. [1] 

In einer Untersuchung wurden 18 junge Männer in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt an jedem Versuchstag 50 Milligramm organischen Schwefel pro Kilogramm Körpergewicht. Die Vergleichsgruppe hingegen bekam ein Placebo. Im Anschluss an die 10-tägige Einnahme mussten alle Teilnehmer einen 14-Kilometer-Lauf absolvieren und sich mehrfach Blut abnehmen lassen. 

Die Analyse der Blutproben, die jeweils direkt nach der Belastung als auch nach 24 sowie 48 Stunden entnommen wurden, förderten Erstaunliches zutage. Demnach hatten die Probanden der MSM-Gruppe zu allen Zeitpunkten deutlich geringere Bilirubin- und Creatinkinasewerte im Blut, die wiederum als Marker für belastungsbedingte Muskelschäden genutzt werden.

Abbildung 1: Konzentration des oxidierten Muskelproteins im Blut nach intensiver sportlicher Belastung. Quelle: (Eigene Darstellung in Anlehnung an Nakhostin-Roohi, B et. al. 2013)

In einer weiteren Untersuchung ließen die gleichen Forscher die Probanden zunächst bei einer Belastungsintensität von 75 Prozent für 45 Minuten auf einem Laufband laufen. [2] Nach Ablauf dieser Zeit erhöhten die Sportwissenschaftler in Zweiminuten-Abständen so lange die Geschwindigkeit des Laufbands, bis die Teilnehmer den Versuch abbrachen. Anschließend wurde das Blut auf die Konzentration von oxidiertem Protein untersucht (Carbonylprotein). 

Dieses wiederum gilt als Indikator für belastungsbedingte Schäden und wirkt sich damit auch auf die Intensität des wahrgenommenen Muskelschmerzes in den Tagen nach dem Training aus. Wie die Grafik zeigt, ist die Carbonylprotein-Konzentration im Blut bei den Probanden, die MSM zu sich nahmen deutlich niedriger als bei der Vergleichsgruppe, die ein Placebo bekam.

Damit deutet vieles darauf hin, dass die Einnahme von organischem Schwefel, belastungsbedingten Schäden der Muskelstruktur und damit auch Muskelschmerzen messbar vorbeugen kann. Ursächlich sind laut den Wissenschaftlern die antioxidativen Eigenschaften des organischen Schwefels.


Organischer Schwefel verringert wahrgenommenen Muskelschmerz

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine US-Pilotstudie aus dem Jahr 2012, die die sich auf die regenerative Wirkung von organischem Schwefel konzentriert hat. [3] Demnach reduziert eine tägliche Dosis von 3 Gramm MSM die Konzentration der im Blut messbaren Marker für Muskelermüdung deutlich und fördert zudem die regenerativen Prozesse nach sportlicher Betätigung. Sehr interessant sind in diesem Zusammenhang auch die auf diesen Resultaten aufbauenden Ergebnisse des Helfgott Research Institutes der University of Natural Medicine. [4]

Abbildung 2: Messung des wahrgenommenen Muskelschmerzes einen Monat vor dem Halbmarathon (T0) sowie zu den Zeitpunkten T1 bis T4 nach dem Ende des Rennens. Quelle: (Eigene Darstellung auf Datenbasis von Withee, ED et. al.)

Neben den auch in den anderen Untersuchungen verwendeten Markern maßen die Forscher auch das Schmerzempfinden der Teilnehmer, die zuvor einen Halbmarathon absolviert hatten. Wie die Grafik zeigt, liegt der wahrgenommene Muskelschmerz der MSM-Gruppe über die gesamte Versuchsdauer vom Messpunkt T0 bis T4 deutlich niedriger als der wahrgenommene Schmerz der Placebo-Gruppe.


Schmerzminderung erhöht sich durch Glucosamin

Weiteres Potential eröffnet eine Studie aus Indien. [5] Hier untersuchten Forscher des Nizam’s Institute of Medical Sciences (NIMS) nicht nur die schmerzlindernde Wirkung von organischem Schwefel, sondern auch die Wirksamkeit von Glucosamin sowie einer Kombination aus beiden Stoffen. Dazu teilte man 118 Schmerzpatienten im Rahmen einer Placebo-kontrollierten Doppel-Blind-Studie in vier Gruppen ein und ließ die Teilnehmer jeweils nach zwei, vier, acht und zwölf Wochen ein Schmerzprotokoll ausfüllen. 

Während die MSM-Gruppe täglich dreimal 500 Milligramm organischen Schwefel und die Glucosamin-Gruppe dreimal 500 Milligramm dieses Wirkstoffs erhielt, bekam die dritte Gruppe eine Kombination aus beiden Wirkstoffen in jeweils gleicher Dosierung. Während sich die Schmerzwahrnehmung der Placebo-Gruppe auf dem Lequesne-Index widererwartend nicht signifikant veränderte, stellte man bei den drei „Wirkstoff-Gruppen“ eine deutliche Abnahme der Schmerzwahrnehmung fest. Am größten war der Effekt bei der Kombination von organischem Schwefel und Glucosamin. 

Dieses Ergebnis zeigt zwar weiteres Potential auf, lässt sich aber nicht eins-zu-eins auf Muskelschmerz übertragen, da die Untersuchung mit Probanden durchgeführt wurde, die unter Arthritisschmerzen litten. Es sind also noch weitere Untersuchungen nötig, um den Effekt der Wirkstoffkombination auf den wahrgenommenen Muskelschmerz eindeutig zu belegen.  


Fazit

Die Ergebnisse der bisher durchgeführten Studien bestätigten, dass organischer Schwefel Muskelschmerzen reduzieren und regenerative Prozesse fördern kann. Damit ist organischer Schwefel ein vielversprechendes Nahrungsergänzungsmittel für Sportler. Als Ausgangspunkt für die richtige Einnahmemenge empfiehlt sich die körpergewichtsabhängige Dosierung von 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, die auch die Forscher der iranischen Islamic Azad University für ihre Studie verwendet haben.

[1] Barmaki S, Bohlooli S, Khoshkhahesh F, Nakhostin-Roohi B. „Effect of methylsulfonylmethane supplementation on exercise - Induced muscle damage and total antioxidant capacity.“ J Sports Med Phys Fitness. 2012 Apr;52(2):170-4.

[2] Nakhostin-Roohi B, Niknam Z, Vaezi N, Mohammadi S, Bohlooli S, „Effect of single dose administration of methylsulfonylmethane on oxidative stress following acute exhaustive exercise.“ Iran J Pharm Res. 2013 Fall;12(4):845-53.

[3] Douglas S Kalman, Samantha Feldman, Andrew R Scheinberg, Diane R Krieger, Richard J Bloomer. Influence of methylsulfonylmethane on markers of exercise recovery and performance in healthy men: a pilot study. Journal ListJ Int Soc Sports Nutrv.9; 2012PMC3507661.

[4] Withee, ED, „Effects of Methylsulfonylmethane (MSM) on exercise-induced oxidative stress, muscle damage, and pain following a half-marathon: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial“, J Int Soc Sports Nutr. 2017; 14: 24.

[5] Usha, P. R., et al., „Randomised, Double-Blind, Parallel, Placebo-Controlled Study of Oral Glucosamine, Methylsulfonylmethane and their Combination in Osteoarthritis“, Clin Drug Investig. 2004;24(6), S. 353 – 63.

Über den Autor

Community

Perspektive Gesundheit ist eine unabhängig Initiative, die sich für die Gesundheit aller Menschen sowie unserer Erde einsetzt.


>