OPC Traubenkernextrakt: Wirkung, Dosierung und Anwendung

OPC Traubenkernextrakt: Wirkung, Dosierung und Anwendung

Immer weiter sinkt das Vertrauen in herkömmliche Medikamente und Therapieformen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Alternativen wie naturkundliche Heilmethoden und natürliche Nahrungsergänzungsmittel. Dabei wird vermehrt zum Traubenkernextrakt OPC gegriffen. Worum handelt es dich dabei? Welche Wirkungen kann man erwarten? Gibt es Nebenwirkungen und wie kann eine Anwendung aussehen? Lass uns einen genaueren Blick darauf werfen.

Was ist OPC?

OPC ist die Abkürzung für oligomere proanthocyanidine oder auch Oligomere Procyanidine. Biochemisch betrachtet zählen sie zu den Flavonoiden. Um es ein weniger verständlicher zu machen: Es handelt sich um sekundäre Pflanzenstoffen. Eigentlich nicht sonderlich überraschend. Werden nicht unzähligen sekundären Pflanzenstoffen besondere Wirkungen nachgesagt?

Traubenkernextrakt: Vorkommen von OPC

Wenn man sich nur ein wenig mit dem Thema OPC beschäftigt, könnte man schnell glauben, es handle sich um einen Pflanzenstoff, der hauptsächlich in Weintraubenkernen vorkommt. Viele Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller werben schließlich mit ihrem Traubenkernextrakt. Doch dem ist definitiv nicht so.

Proanthocyanidine sind ebenfalls Bestandteil anderer gängiger Nahrungsmittel und Gewürze wie z.B. Äpfeln, Kokosnüssen, den roten Häutchen von Erdnüssen, Ginkoblättern, Zimt, Kakao, Aroniabeeren, in vielen anderen Beeren, Nüssen und natürlich auch in Traubenkernen. Natürlich variiert der Anteil dabei.

Bei Wein finden wir OPC besonders in den äußeren Pflanzenteile wie Rinde oder den Traubenschalen, aber auch in den Kernen und Kerngehäusen. Lageabhängig kann man Oligomere Proanthocyanidine in variierender Konzentration im Rotwein finden und zwar deutlich mehr als im Weißwein. Dies sollte aber niemand als Vorwand nutzen, um Rotwein zu trinken. Da gibt es wie erwähnt genügend alkoholfreie Alternativen, die auch noch eine höhere Konzentration an OPC aufweisen.

Grundsätzlich sind wir also absolut nicht von Nahrungsergänzungsmitteln abhängig, um OPC zu uns zunehmen. Wir können einfach zu geeigneten Lebensmitteln greifen. Manche wie das Traubenkernmehl bieten sich dabei besonders an.


OPC Wirkung: Was macht sie so besonders?

Wie so oft werden unzählige Wirkungen beworben. Dabei geht es hauptsächlich um antioxidative, antientzündliche sowie antikanzerogene (antikrebserregende) Wirkungen.

  • Antioxidativ: Unterstützt die Bekämpfung von ungewollten Reaktionen mit Sauerstoff z.B. durch freie Radikale
  • Antientzündlich: Unterstütz beim Umgang mit Entzündungen
  • Antikazerogen: Unterstützt bei der Bekämpfung von Krebs

Alleine durch diese 3 Wirkungsbereiche weisen die sekundären Pflanzenstoffe ein breites Wirkungsspektrum im Körper auf. Doch auch sonst unterstützten sie den Körper auf verschiedene Weisen und werden bei der Therapie verschiedener Krankheiten eingenommen.

OPC kann dabei helfen …

  • kardiovaskulären Erkrankungen entgegenzuwirken und das Herz-Kreislauf-System zu schützen.
  • die Auswirkungen von Diabetes zu reduzieren.
  • bakterielle und virale Infekte zu bekämpfen.
  • verschiedene Krebsarten zu bekämpfen und deren Entwicklung entgegenzuwirken.
  • sich vor den Schäden von UV-Strahlung zu schützen.
  • Alterserscheinungen der Haut entgegenzuwirken.
  • Entzündungen zu reduzieren.
  • den Cholesterinstoffwechsel zu verbessern.
  • allgemein das Immunsystem zu stärken.
  • verschiedene Krankheiten und Symptome wie Bluthochdruck, hohe Blutzuckerwerte, hohe Cholesterinwerte, Fettstoffwechselstörungen usw. besser zu behandeln.
OPC Traubenkernextrakt findet man vor allem in Weintrauben

OPC findet man in viel in Weintrauben. Das ist jedoch kein Grund Wein zu trinken.

Anwendung und Dosierung

Die gängige Tagesdosis von OPC für Erwachsene liegt bei ca. 150 bis 300 mg. Meistens wird dabei auf Nahrungsmittelergänzungen wie Kapseln oder Tabletten zurückgegriffen. 

Wie viel sollte man jetzt aber zu sich nehmen?

Das ist schwer zu beurteilen. Das liegt unter anderem daran, dass wir alle einen unterschiedlichen Stoffwechsel haben. Schließlich kommt nicht die gesamte aufgenommen Menge OPC auch in unserem Blut an. Hinzukommt, dass die Form auch noch umgewandelt wird.

Das OPC, welches wir zu uns nehmen, ist also nicht mehr das gleiche, welches in unserem Körper wirkt. Abhängig von unserem Mikrobiom variiert die Aufnahme und Verstoffwechselung (Resorption und Metabolisierung). Aus diesem Grund ist wohl auch noch nicht wirklich geklärt, ob OPC oder nicht doch Stoffwechselprodukte die Wirkstoffe sind. Ob es überhaupt nur einen isolierten Wirkstoff gibt, halte ich außerdem für fragwürdig. Doch wie gehen wir jetzt damit um?

Je nach Anwendungsfall sollte man individuell entscheiden. Grundsätzlich ist es ratsam, sich an der gängigen Tagesdosis zu orientieren. Dabei würde ich mit einer geringen Dosis beginnen und dann langsam steigern. Anders sieht es bei der Einnahme für Therapiezwecke aus. Hier sind häufig deutlich höhere Dosen notwenig. Diese sollten in Rücksprache mit einen geeigneten Arzt gewählt werden.

Hat OPC Nebenwirkungen?

Auch wenn man teilweise lesen kann, dass OPC 100% natürlich und risikofrei sein, so wäre ich etwas vorsichtiger. Grundsätzlich ist es für mich erstmal ein gutes Indiz, wenn der Wirkstoff natürlich vorkommt. Nehmen wir ihn jedoch isoliert und dann vielleicht in hoher Dosierung ein, kann sich die Wirkungsweise schnell ändern.

Allgemein wäre ich bei einer Traubenallergie besonders vorsichtig und würde wohl auf OPC Extrakte verzichten. Auch bei der Einnahme von Medikamenten sollte immer eine mögliche Wechselwirkung berücksichtigt werden. So kann OPC durch einer verringerte Blutgerinnung eine blutverdünnende Wirkung haben. Dies kann sich für Menschen, die Blutverdünnungsmittel einnehmen, negativ auswirken und sollte unbedingt mit einem geeigneten Arzt abgeklärt werden.

Nichtsdestotrotz wird OPC von vielen Menschen täglich eingenommen. Gegenüber künstlichen Wirkstoffen kann es sich um eine gute Alternative handeln. Auch eine Einnahme von 200-400 mg täglich sollte für Erwachsene völlig problemlos sein.

OPC: Lohnt sich der Kauf oder ist alles nur Marketing?

Eine wirklich interessante Frage ist doch: Lohnt sich der Kauf von Traubenkernextrakt oder eher nicht? Dazu sollten wir uns kurz abschauen, warum überhaupt Produkte aus Traubenkernen verwendet werden.

Wir haben bereits festgestellt, dass OPC (Oligomere Procyanidine) vermehrt in Traubenkernen vorkommen. Aber eben auch in Traubenschalen und in anderen gängigen Lebensmitteln. Für mich liegt die Frage nahe, ob wir nicht ohnehin mit einer vollwertigen, pflanzenbasierten und gesunden Ernährung genügend der begehrten sekundären Pflanzenstoffe zu uns nehmen. Dies ist zumindest möglich. Hängt aber stark von den Ernährungsgewohnheiten ab.

Bei der Betrachtung der Thematik von OPC zwängen sich mir unweigerlich Parallelen zur Vermarktung von Whey und Casein auf. Die Milchproteine sind Restprodukte, die bei der Herstellung von Käse anfallen. Lange Zeit wurden diese als Tierfutter verwendet, damit man diese 'Abfälle' nicht wegschmeißen musste. Irgendwann kam wohl jemand auf die Idee, dass man diese auch wunderbar als Nahrungsergänzungsmittel verkaufen könnte. In Folge dessen häuften sich Studien über die positiven Effekte dieser Milchproteine vor allem für den Muskelaufbau. Inzwischen werden diese Produkte jährlich im Wert von Millionen verkauft.

Ähnlichkeiten lassen sich für OPC-Nahrungsergänzungsmittel finden. Lange Zeit fielen Traubenkerne als 'Abfallprodukte' bei der Weinproduktion an. Diese wurden dann meist zu Dünger weiterverarbeitet. Hat man dann erst später entdeckt, dass die Traubenkerne besondere gesundheitliche Wirkungen für uns Menschen haben? Oder wurde eher eine Möglichkeit gefunden, wie man die Traubenkerne mit deutlich größerem Gewinn verkaufen kann? Damit möchte ich absolut nicht sagen, dass OPC und Milchproteine auch nur irgendwie ähnlich Wirkungen für den Menschen haben. Die soll auch nicht bedeuten, dass OPC keine gesundheitsförderlichen Wirkungen besitzen und sich die Einnahme nicht lohnt. Doch ich finde diese Betrachtung zumindest erwähnenswert.

Für mich stellt sich immer die Frage, ob ein Nahrungsergänzungmittel Vorteile gegenüber dem natürlichen Rohstoff besitzt. Wir können doch auch einfach Weintrauben mit Kernen essen. Zumindest wenn diese gerade Saison haben. Ansonsten könnten wir doch einfach auf Traubenkernmehl zurückgreifen. Dies ist im Verhältnis deutlich günstiger und enthält nicht nur einen isolierten Wirkstoff, sondern das in der Natur vorkommende Gemisch aus Nährstoffen. Für mich hört sich das doch nach einer guten Alternative an.

Welche Produkte sollte man kaufen?

Bei der Wahl geeigneter OPC Quellen sollte jeder überlegen, worauf es für ihn ankommt. Verträglichkeit, Bequemlichkeit der Einnahme, Überprüfung auf Schadstoffe sowie das Preis-Leistungsverhältnis sind nur einige der Faktoren die es einzubeziehen gilt. Insgesamt sollte immer auf eine gute Qualität geachtet werden. Schließlich soll die zusätzliche Einnahme förderlich sein und nicht noch zusätzlich belasten.

Als gute und günstige Quelle eignet sich Traubenkernmehl. Der Polyphenol-Gehalt beträgt ca. 20-60 mg/ pro Gramm hochwertigem Traubenkernmehl.

Wer die Einnahme in Kapseln bevorzugt oder OPC für Therapie Zwecke einnimmt, kann zu Traubenkernextrakten greifen.

Über den Autor

Simon Schubert

Als studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit unterstütze ich Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.

  • Magrit sagt:

    Ich denke, es darf an dieser Stelle die Aroniabeere nicht außer Acht gelassenen werden!


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