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Gesundheit für Pendler: So wird das Auto nicht zur Folterbank

Community
Von Community / 17. Mai 2018
Gesundheit für Pendler: So wird das Auto nicht zur Folterbank

Die Zeit, die Berufstätige jährlich im Auto verbringen, steigt immer weiter. Dies liegt unter anderem daran, dass auch die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeit tendenziell zunimmt. Dass lange Autofahrten schnell zum Stressfaktor werden können, kennen die meisten wohl aus eigener Erfahrung. Aber auch das lange Sitzen und andere Faktoren wirken sich negativ auf unsere Gesundheit aus.

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Für Pendler ist dies umso bedeutsamer, da sie meist täglich viele Kilometer zurücklegen. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je weniger Zeit man im Auto verbringt, desto besser ist es für die eigene Gesundheit. Und je weiter und/oder länger man pendelt, desto genauer sollte man folgende Ratschläge beherzigen.


11 Schritte für mehr Gesundheit beim Pendeln


1. Genügend Zeit einplanen

Pendeln ist unangenehm und daher bevorzugen es viele, das Losfahren auf den letzten Drücker hinauszuschieben. Ein Fehler. Denn es sorgt dafür, dass Pendeln zum Stressfaktor wird, der Blutdruckwerte ähnlich eines Kampfpiloten hervorruft. Und zu hoher Blutdruck wiederum sorgt für zahllose nachgeschaltete Probleme. Doch es gibt eine Lösung: Einfach mehr Zeit einplanen. Nicht nur wegen Staus, sondern weil der Geist auf einem solchen Zeitpolster selbst im dichtesten Verkehr entspannter fährt. Es muss keine halbe Stunde für 15 Kilometer sein. Schon zehn Minuten früher können einen entscheidenden Unterschied machen.


2. Wie man sich bettet…

… so liegt man. Diese Weisheit gilt nicht nur für das Bett, sondern auch das Auto. Wer täglich 2x30 Minuten falsch im Auto sitzt, summiert in nur einer Woche fünf Stunden Rückenfolter. Da kann man auf der Arbeit noch so ergonomisch sitzen. Es wird sich definitiv auf den Körper auswirken. Schon indem man seine Auto-Sitzposition ergonomisch ausrichtet, kann man bereits eine Menge Fehler gutmachen.

Besser ist es natürlich, wenn man beim nächsten Autokauf nicht nur auf Standardsitze setzt, sondern auf vielfach verstellbare Komfort-Modelle. Vielpendler, die hunderttausend Kilometer jährlich abspulen, sollten sich auch überlegen, ob sie nicht spezielle Drittanbieter-Sitze einbauen lassen. Ein guter Sitz, richtig eingestellt, kann viel ausmachen. Trotzdem sollten wir nicht vergessen, dass Sitzen generell nicht gut für uns ist und wir es möglichst reduzieren sollten.

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3. Die Augen, die Augen

Wärmeschutzverglasung mit Grünkeil – steht so in fast jedem Autoprospekt und wird von vielen in Kombination mit der Sonnenblende als ausreichender Sonnenschutz angesehen. Doch diese Features sorgen nur dafür, dass man nicht von oben geblendet wird. Weder halten sie UV-Strahlen von den Augen fern, noch machen sie das Sehen an sich leichter oder halten Reflexionen ab.

Tatsächlich sollte man deshalb jährlich einen Augentest durchführen. Weiter geht es, indem man sich eine Sonnenbrille, ggf. mit Stärke, anschafft und regelmäßig trägt. Allerdings bitte keine Wühltisch-Billigmodelle, sondern Hochwertiges. Wem diese zu teuer sind, der kann Sonderaktionen in Anspruch nehmen, um den Preis zu senken. Bei der Tönung sollte man sich zurückhalten, damit nicht zu viel Licht geschluckt wird und Gefahren entstehen. Und eine Polarisierung sorgt dafür, dass Spiegelungen, etwa durch Wasser auf der Fahrbahn, massiv reduziert werden. Achtet man noch auf schmale Bügel für ungehinderte Periphär-Sicht, ist man in Sachen Augengesundheit schon sehr weit.


4. Bequemlichkeit ist ein Muss

Unter Außendienstlern ist sie quasi-Uniform, die Autofahrerhose. Sieht aus wie eine normale Anzughose, hat aber einen dehnbaren Bund. So weit muss man als Normalpendler zwar nicht gehen, aber bequemer sollte man es sich unterwegs schon machen. Es beginnt damit, idealerweise nur in Hemd oder Bluse zu fahren – auch im Winter. Denn jede zusätzliche Stoffschicht reduziert die Gurt-Wirksamkeit. Zusätzlich sollte man bequeme Turnschuhe im Auto deponieren und vor dem Einsteigen gegen die Büroschuhe tauschen – auch der Sicherheit wegen, weil Sneakersohlen griffig sind. Und wenn man sitzt, darf auch der Hosenbund geöffnet oder der Gürtel etwas weiter geschnallt werden. Kleine Anmerkung nebenbei: Ein paar Kilo weniger auf den Hüften kann die ganze Autofahrt nochmal deutlich angenehmer machen. Vom Rest des Tages ganz zu schweigen.

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5. Bewusst essen

Wer im Büro ein schweres Mittagessen vertilgt, wird festgestellt haben, wie müde er danach wird. Nichts anderes passiert auch beim Pendeln: Der Körper leitet alle Ressourcen in den Verdauungstrakt, fürs Gehirn (Stichwort Reaktionszeit) bleibt weniger übrig.

Wenn man unmittelbar (= weniger als zwei Stunden) vor dem Pendeln isst, sollte es etwas aus dem Buch der leichten Snacks sein. Nüsse, Grüne Smoothies, Energiebällchen usw. sowie gefiltertes Wasser. Sie geben Energie, machen aber nicht träge. Wenn es etwas anderes sein soll, sollte man es zuhause vorbereiten und mitnehmen – anstatt auf die unkontrollierten Zusatzstoff- und Kalorienbomben an Tankstellen zu setzen. Auch hier gelten die Grundlagen für eine gesunde Ernährung.


6. Mit Genuss hören

Jeder weiß, wie sehr Musik die Laune beeinflussen kann. Getreu dieser Regel gibt es Musikarten, die nichts im Autoradio verloren haben – zumindest nicht beim Pendeln. Dazu gehört alles, was aggressiv macht. Auch wenn der Song deshalb noch so energiegeladen ist. Es gibt einen Grund, warum bei so vielen Fernfahrern Country dudelt. Nicht wegen der schwerblütigen Texte, sondern weil diese Melodien sehr beruhigend wirken.

Wer es mit diesem Musikstil nicht so hat, kann sich auch durch Jazz helfen, ruhige Elektro-Spielarten oder ganz der Musik abschwören und auf Hörspiele/Hörbücher setzen. Es dürfen aber auch Comedians sein. Denn: Lachen, das ist wissenschaftlich belegt, senkt sowohl Stresslevel wie Blutdruck. Zusätzlich kann man auch noch die leichte Trainierbarkeit seines Gehirns effektiv nutzen. Dazu eine Playlist erstellen, die man nur auf dem Nachhauseweg hört. Dadurch beeinflusst man die Psyche, indem über die Musik das „Juhuu, Feierabend“-Signal transportiert wird. Alternativ kann man sich auch eine Folge seines Lieblingspodcasts anhören.

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7. Gute Luft macht sich bezahlt

In jedem modernen Auto ist ein Detail verbaut, das viele gar nicht kennen, der Innenraum-Luftfilter. Nicht nur ein lapidares Pappe-Teil wie der normale Motorluftfilter, sondern ein kleines Kunstwerk, das unter anderem mit Aktivkohle die Luft reinigt – der gleichen Technik, die auch bei Gasmasken zum Einsatz kommt.

Aber: Das muss man auch nutzen. Sobald man nicht gerade auf einer leeren Autobahn unterwegs ist, sollte man daher auch bei Sonnenschein die Fenster schließen, die Lüftung einschalten und diese über den Innenraumfilter laufen lassen. Er hält nicht nur Pollen und andere Allergiker-Störenfriede fern, sondern filtert auch Feinstaub und sorgt dafür, dass man im Wagen nur saubere „Lungenkost“ serviert bekommt. Aber: Auch dieser Filter hält nicht ewig. Wer ihn wie hier genannt verwendet, sollte ihn einmal pro Jahr tauschen (lassen).

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8. Voreinstellungen im Kopf

Ob zu Beginn oder am Ende, das Pendeln ist die Transitionsphase eines jeden Arbeitstages, die zwischen Beruf und Freizeit liegt. Und besonders im Sinne seiner psychischen Gesundheit sollte man dies auch für sich zu nutzen wissen, um mental das Zurückliegende nach- und das vor einem Liegende vorzubereiten.

Das kann schon dadurch geschehen, indem man den morgendlichen Arbeitsweg nutzt, um kurz zusammenzufassen, was man an diesem Tag zu tun hat. Umgekehrt sollte man auf dem Nachhauseweg den Arbeitstag kurz Revue passieren lassen und – ganz wichtig – sich schon mal geistig mit schönen Dingen befassen, die man im Feierabend tun möchte. Vor allem mit dieser Nachhause-Technik sorgt man dafür, dass das Gehirn eine saubere Trennung zwischen Arbeitsalltag und Freizeit vornimmt.


9. Dehnen und Strecken

Wer nach einem langen Arbeitstag ans Auto kommt, hat wahrscheinlich seinem Körper auf die eine oder andere Weise schon etwas Leid zugefügt – sei es durch einseitige Haltungen im Büro oder körperliche Anstrengung im Handwerk. Bevor man einsteigt, sollte man sich deshalb die Zeit nehmen, und den Körper durch ein paar schnelle Dehnübungen wieder geschmeidig machen. Und wenn die Fahrt länger als eine Stunde dauert, sollte man für fünf Minuten anhalten und sie wiederholen.

Dies nicht nur für die Muskeln und Gelenke, sondern auch um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Übrigens: Tut man das jeden Tag nach Feierabend, gilt natürlich auch beim Dehnen die gleiche Ritual-Regel wie in Punkt 6 bei der Playlist.


10. Pausen machen

Ganz simpel und trotzdem oft vernachlässigt. Regelmäßige Pausen sind nicht nur gut für die Konzentrationsfähigkeit, sondern auch für die eigene Gesundheit. Nicht umsonst sind Pausen in regelmäßigen Abständen bei LKW-Fahrern vorgeschrieben. Ein paar mehr dürfen es natürlich ruhig sein. Kurze Pausen bei denen man sich einfach mal die Beine vertritt, machen das Pendeln deutlich angenehmer. Diese Zeit sollte man sich nehmen.


11. Alternativen finden

Natürlich hat man nicht immer die Wahl, ob man zum Auto greift oder nicht. Doch wir sollten uns nichts vormachen: Oft ist es auch einfach die bequemere Wahl. Pendeln ist weder gut für unsere Gesundheit noch für die Umwelt. Vor allem lange Fahrten ohne weitere Mitfahrer sollten möglichst reduziert werden. Fahrten mit dem Zug bieten zumindest die Möglichkeit zwischendurch immer mal wieder aufzustehen und sich zu bewegen. Leider ist diese Option meist umständlicher. Wenn dann ein Zug ausfällt, was ja gelegentlich mal passiert, kann dies auch wieder schnell zum Stressfaktor werden. Doch dafür steht man mit dem Zug seltener im Stau. Letztendlich hat alles seine Vor- und Nachteile.


Fazit

Autofahren ist eine Bürde sowohl für Psyche, Körper und Umwelt. Und weil man als Pendler kaum um sie herumkommt, ist es enorm wichtig, die Nachteile so weit es möglich ist zu negieren. So gesund wie ein Gang zum Fitnessstudio wird der Arbeitsweg dann zwar nicht, aber so kann man die negativen Auswirkungen wenigstens ein wenig reduzieren.


Bildquellen:

  1. Titelbild: fotolia.com © gstockstudio
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