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7 Gründe mehr saisonale und regionale Produkte einzukaufen

Simon Schubert
Von Simon Schubert / 9. Juli 2018
7 Gründe saisonale und regionale Produkte einzukaufen

Beim Einkauf eröffnet sich uns eine immense Auswahl an verschiedenen Produkten. Lebensmittel aus der ganzen Welt. Die Globalisierung macht es möglich. Doch das hat nicht nur Vorteile. Saisonale und regionale Produkte haben mehr als ihre Berechtigung und können in vielen Fällen sogar die besser Wahl sein.

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7 Gründe, warum du lieber zu saisonalen und regionalen Lebensmitteln greifen solltest

Frischere Lebensmittel durch kürzere Wege

Eine ganz einfache Überlegung: Je kürzer der Weg desto frischer ist wahrscheinlich auch das Lebensmittel.

Kommt ein Lebensmittel vom anderen Ende der Welt, so darf es natürlich nicht auf dem Weg schlecht werden. Weiterhin muss es im Laden noch frisch und lecker aussehen, sodass wir es kaufen.

Um das zu gewährleisten, kommen aufwendige Kühlketten zum Einsatz. Die komplexen und aufeinander abgestimmten Prozesse sind teilweise sehr beeindruckend. Doch oft benötigt es noch andere Verfahren, um lange Transportwege bewältigen zu können.

Viele Lebensmittel werden mit Gas behandelt. In einigen Ländern kommt teilweise immer noch radioaktive Strahlung zum Einsatz. Das tötet Keime ab und schützt vor ungewolltem Keimen des Produkts.

Vor allem Obst wird, lange bevor es reif ist, gepflückt. Vieles reift augenscheinlich nach. Doch so wirklich das gleiche ist es dann doch nicht. Das zeigt schon alleine der Geschmack. Und jeder der eine reife Mango oder Papaya frisch vom Baum gegessen hat, wird das sofort bestätigen.

Durch lange Transportwege verlieren viele Lebensmittel an Nährwerten. Sie sterben langsam und verändern ihre chemische und energetische Struktur. Durch bestimmte Verfahren wie aufwendige Kühlketten können wir diesen Prozess verlangsamen. Doch stoppen können wir ihn nicht.

Frisch ist einfach besser und gesünder. Kurze Wege und regionale Produkte sind da nur die logische Schlussfolgerung.


Geringere Umweltbelastung durch kürzere Wege

Jeder weiß es: Unsere Transportmittel tragen einen wesentlichen Beitrag zur Umweltbelastung bei.

Je länger der Transportweg desto größer ist die CO2-Bilanz. Die Rechnung hinkt natürlich, da noch viele weitere Faktoren eine Rolle spielen. Die Tendenz ist trotzdem richtig.

Umgekehrt heißt das: Kürzere Transportwege bedeuten einen geringeren Treibstoffverbrauch. Das wirkt sich wieder positiv auf die Umwelt aus.

Doch nicht nur der Treibstoffverbrauch ist ein wesentlicher Faktor. Das Thema Kühlung hatten wir bereits. Möglichst ununterbrochene Kühlketten erhöhen nicht nur die Kosten, sondern benötigen eine Menge Energie. Ein weiterer wesentlicher Faktor bei der Transportstrecke ist das Thema Müll.

Tendenziell wird bei längeren Wegen auch mehr Müll und Dreck erzeugt. Nehmen wir große Containerschiffe: Diese sind reine Dreck-Schleudern. Nicht nur, dass sie Unmengen an Ressourcen verbrauchen. Gleichzeitig wird das Meer immens verschmutzt.

Weiterhin müssen Lebensmittel bei längeren Transportwegen auch besser verpackt werden. Schließlich sollen sie den Transport überstehen und nicht zermatscht ankommen. Regionale Produkte bedeuten nicht automatisch weniger Verpackung. Absolut nicht.

Doch hier hängt es einfach stark davon ab, bei wem wir kaufen. Auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen sieht die Situation oft anders aus. Kommt die Ware direkt vom Bauern, sind die Lebensmittel gerne noch voller Erde und auch mehr mal einfach durcheinander.

Teilweise gibt es gar keine Verpackung und die Gefäße in denen die Lebensmittel transportiert werden, werden immer wieder verwendet. Ähnliches kann man auch noch in so manchem Bioladen wiederfinden.

Die Tendenz ist also ganz klar: Regionale Produkte belasten deutlich weniger die Umwelt. Warum deine Gesundheit so stark von unserer Umwelt abhängig ist, sollte hoffentlich klar sein.

Gilt natürlich nicht nur für regionale Produkte: So darf Gemüse auch aussehen.

Gilt natürlich nicht nur für regionale Produkte: So darf Gemüse auch aussehen.

Frischere Lebensmittel durch kurze Lagerung

Alles ganz ähnlich wie mit kurzen Wegen: Je kürzer die Lagerung desto besser ist es für unsere Lebensmittel.

Wie wäre das Ideal? Direkt vom Feld oder Gewächshaus nach Hause. Kurze Wege und keine Lagerung. Frischer geht es dann nur, wenn man selber anbaut.

Werden Lebensmittel gelagert, wirkt sich das unweigerlich auf deren Qualität aus. Auch wenn es dabei sehr große Unterschiede gibt, wie diese gelagert werden und auch was gelagert wird. Kartoffeln und Papayas kann man definitiv nicht gleichsetzen.

Natürlich hat eine lange Lagerung meistens auch wieder negative Einflüsse auf die Umwelt. Oft werden mehr Ressourcen für die Kühlung verwendet. Gerade bei Tiefkühlprodukten.

Ansonsten benötigen wir auch einfach weniger Platz ohne Lagerung. Ob in der Lagerhalle, dem Supermarkt oder auf dem Transportweg. Je geringer der Transportweg und die Lagerzeit desto weniger Platz wird benötigt.

Gleichzeitig entsteht deutlich weniger Abfall. Wir können durch verschiedene Verfahren den Anteil der Lebensmittel reduzieren, der bei der Lagerung schlecht wird. Doch der einfachste Weg ist es wohl, die Zeit der Lagerung auf ein Minimum zu reduzieren.

Es werden immer mehr Versuche gestartet, nur das zu ernten, was auch wirklich benötigt wird. Idealerweise entspricht die Ernte genau dem Bedarf. Das ist natürlich nicht so einfach umsetzbar. Regionale Produkte vereinfachen diesen Prozess jedoch enorm.


Abwechslungsreiche Ernährung durch saisonale Lebensmittel

Jeder hat es schon gehört: Eine gesunde Ernährung sollte möglichst abwechslungsreich sein.

Bei vielen Menschen landen immer wieder die gleichen wenigen Obst- und Gemüsesorten im Einkaufswagen. Bananen, Äpfel, Orangen und vielleicht verirrt sich auch mal ein Salatkopf in den Einkaufswagen. “Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht”, oder so ähnlich heißt es ja nicht umsonst.

Kaufst du jedoch saisonale und regionale Produkte ein, so kommt ganz automatisch Abwechslung in den Speiseplan. Es wachsen einfach nicht die gleichen Obst- und Gemüsesorten das ganze Jahr über. Auch wenn durch das Angebot im Supermarkt manchmal ein anderer Eindruck entstehen kann.

In der Tat kann das erstmal etwas überfordernd wirken. Auf einmal müssen wir kreativ werden und können nicht immer das Gleiche zubereiten. Doch genau darum geht es ja auch.

Viele Menschen kaufen natürlich teilweise schon saisonal ein. Auch wenn es vor allem den Umständen geschuldet ist. Die Spargel- und Erdbeerzeit sind beliebt und akzeptiert. Beides gibt es nur für kurze Zeit im Jahr. Da freut man sich drauf und nutzt diese Zeit aus. Ist es vorbei, muss man bis zum nächsten Jahr warten und kann sich mit anderen leckeren Sachen die Zeit versüßen.

Wer also saisonale und regionale Produkte kauft, der bringt automatisch Abwechslung in den sonst oft monotonen Speiseplan rein. Mehr Variabilität für mehr Geschmack und mehr Gesundheit.


Du stärkst die lokale Wirtschaft durch regionale Produkte

Der Trend ist leider so: Große internationale Unternehmen wachsen immer mehr und machen immer mehr Geld.

Dabei bleiben kleine lokale Unternehmen oft auf der Strecke. Sie können teilweise einfach nicht mehr konkurrenzfähig bleiben. Diese Tendenz ist in vielen Branchen sichtbar.

Doch das ist nicht unbedingt gut für unsere Wirtschaft. Vor allem wenn diese riesigen Unternehmen im Ausland sitzen. Die regionale Umgebung und Kommunen sollten gefördert werden. Das wirkt sich direkt positiv auf die eigene Umgebung aus.

Immer wieder gibt es Versuche und Pläne, die lokalen Regionen zu stärken. Interessant sind dabei zum Beispiel Experimente, die mit lokalen Währungen arbeiten. Kann man das eigene Geld nur für regionale Produkte und bei lokalen Unternehmen ausgeben, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als die lokale Wirtschaft zu stärken.

Die Ergebnisse sind oft verblüffend. Kleine Kommunen fangen auf einmal wieder an aufzublühen. Nur die großen internationalen Unternehmen gefällt das nicht. Schließlich verteilt sich dadurch das Vermögen mehr und es bleibt weniger für sie übrig.

Auch wenn man in Zeiten der Globalisierung schnell zu anderen Schlussfolgerungen kommen kann, so ist die lokale Wirtschaftslage sehr wichtig für die lokale Umgebung. Wer vermehrt auf regionale Produkte setzt, hat letztendlich selber mehr davon.


Du bist besser an regionale Lebensmittel angepasst

Eigentlich einleuchtend: Menschen haben sich evolutionsbedingt an ihre Umgebung angepasst. Genauso an regionale Lebensmittel.

Es sollte kaum überraschen, wenn einem Mexikaner das Klima in Mexiko besser bekommt als einem Deutschen. Gleiches gilt für einen Thailänder in Thailand oder einen Isländer in Island.

Diese Personengruppen oder Populationen sind an ihre Umgebung angepasst. Ändert sich die Umgebung drastisch, kann es zu Problemen kommen.

Eigentlich sollte es auch nicht überraschen, dass einem Mexikaner das mexikanische Essen besser kommt als einem Deutschen das mexikanische Essen. Gleichzeitig bekommt ihm wohl auch das traditionell mexikanische Essen besser als die typisch deutsche Kost.

Ein Thailänder sollte sich also nicht unbedingt mit Tortillas und Mais vollstopfen. Sehr deutlich wird es, wenn man sich anschaut, wie regional begrenzt die Verträglichkeit von Laktose ist. In Zeiten der Globalisierung verschwimmen diese Grenzen natürlich zunehmend.

Immer wieder hört man, dass sich unsere Genetik sehr langsam anpasst und die letzten 10.000 Jahre für eine Anpassung nicht ausreichend waren. Das mag grundsätzlich so sein. Doch die Ausnahme bestätigt die Regel und ganz so langsam scheint die Anpassung nicht immer zu sein, wie das Beispiel Laktose-Toleranz zeigt.

Es gibt die große Bewegung hin zu einer natürlichen und ursprünglichen Ernährung. Paleo fällt einem da meist als erstes ein.

Wir sollte jedoch nicht nur zu einer natürlichen und ursprünglichen Ernährung zurückgehen. Weniger verarbeitete Produkte und künstliche Zusätze sind definitiv erstrebenswert.

Regionale Produkte sollten aber auch berücksichtigt werden. Schließlich hat früher auch kein Mensch Bananen, Heidelbeeren, Lachs, Hirsch und Kürbis – also Lebensmittel aus den verschiedensten Regionen der Welt – zusammen in seiner Ernährung gehabt.

Wer auf saisonale, unverarbeitete und regionale Produkte setzt, geht automatisch in Richtung einer natürlichen Ernährung. Das gilt natürlich nur, wenn du in deiner ‘ursprünglichen’ Region lebst. Ein Mexikaner, der in Sibirien lebt, hat logischerweise Schwierigkeiten. Aber wer lebt schon freiwillig in Sibirien?


Lebensmittel dienen deinem Körper als wichtige Informationen

Eigentlich schon lange bekannt: Alles ist Energie. Alles ist Information.

Unsere Umgebung hat einen großen Einfluss auf unseren Körper, unser Wohlbefinden usw. Das kann sicherlich jeder aus eigener Erfahrung bestätigen.

Es ist jedoch nicht nur so, dass unsere Umgebung einfach nur einen Einfluss auf uns hat. Vielmehr dient unsere Umgebung uns – unserem Körper – als Orientierung. Wir nutzen die Informationen aus unserer Umgebung und sind auf diese angewiesen.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Sonnenlicht. Unter anderem dient die Sonne dem Körper für seine innere Uhr. Bestimmte Stoffwechselvorgänge laufen zu einer bestimmten Uhrzeit des Tages ab.

Ursprünglich sind wir mit dem Sonnenaufgang aufgewacht. Der Tag hat gestartet und wir wurden aktiv. Mit dem Sonnenuntergang wird die Lichtintensität geringer, das Lichtspektrum verändert sich und der Körper stellt sich auf die Nachtruhe ein. Die Melatoninproduktion wird gesteigert und andere Stoffwechselvorgänge werden heruntergefahren, sodass wir schlafen und uns regenerieren können.

Dieser Tagesrhythmus beeinflusste unseren Körper und unser Leben. Zumindest bis wir ein künstlichen, modernen Lebensstil aufgenommen haben. Mit all seinen positiven und negativen Folgen. Ähnliche Einwirkungen haben wir auch durch Jahreszeiten und andere Einflüsse. Sie dienen dem Körper als Informationen und zur Regulation.

So verhält es sich auch mit unserer Nahrung. Es wäre sehr naiv zu denken, unsere Nahrung sei nur Kalorien und Nährstoffe. Nichts weiter als Baumaterial. Auch Lebensmittel sind Informationen für unseren Körper.

Problematisch wird es, wenn wir auch hier unseren modernen Lebensstil einbringen. Wer im Winter Sommerfrüchte, am besten noch vom anderen Ende der Welt, isst, tut sich nicht unbedingt etwas gutes. Draußen ist es kalt und dunkel – Winter –, doch wir nehmen Lebensmittel aus dem Sommer zu uns. Was soll der Körper jetzt mit diesen widersprüchlichen Informationen anfangen?

Wahrscheinlich laufen dann gleichzeitig verschiedene Prozesse ab, die nicht unbedingt miteinander harmonieren.

In der Tat haben wir solche Zusammenhänge und Modelle bisher kaum erforscht. Die Erkenntnisse der Neuroimmunologie lassen jedoch erahnen, wie weit die Auswirkungen sein könnten.

Am Ende wird der am besten fahren, er auf saisonale und regionale Produkte setzt.


Fazit

Das Thema saisonale und regionale Produkte ist weitreichender, als man zuerst meinen mag. Aus vielen Gründen sind diese Produkte und dabei vor allem Lebensmittel anderen vorzuziehen. Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Die Reaktion sollte jetzt kein ‘Hände über den Kopf schlagen, sich überfordert fühlen und alles ignorieren’ sein. Vielmehr gilt es kleine Schritte in die richtige Richtung zu tun. Ein bisschen mehr auf saisonales Gemüse achten. Beim Einkauf lieber regionale Produkte vorziehen.

Nicht alles oder nichts. Nicht alles sofort. Ein wenig mehr hilft schon allen. Vor allem dir.

Letztendlich sind es doch genau diese ganz kleinen Entscheidungen, die sich zu großen Veränderungen addieren. Also fang am besten gleich heute mit einer kleinen Entscheidung an.

Über den Autor

Simon Schubert

Als studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit unterstütze ich Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.


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