Selbstsabotage Deluxe – Warum Veränderung so schwierig sein kann

Selbstsabotage Deluxe – Warum Veränderung so schwierig sein kann

Warum Veränderung erst möglich ist, wenn du im Reinen bist mit deiner Vergangenheit

Stehst du an einem Punkt in deinem Leben, an dem du dir nichts sehnlicher wünschst, als dass „es endlich besser wird“? Du bist unzufrieden und traurig und nimmst all deinen Mut zusammen, um „endlich was zu verändern“ – aber schon der erste wirkliche Schritt vorwärts fällt schwer.

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Der zweite Schritt gelingt mit großer Anstrengung und vielleicht auch noch der dritte. Aber dann ist Schluss. Du stehst gefühlt vor einer Mauer, die viel zu hoch ist, um sie zu überwinden. Vielleicht hast du noch genug Energie und Mut, um nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, aber je mehr du suchst, umso schneller schießen dir vorwurfsvolle Sätze durch den Kopf, die du nur allzu gut kennst:

  • „Sei froh, dass du eine Familie, einen Job und ein Dach über dem Kopf hast.“
  • „Träumerin, hör auf damit: das Leben ist nun mal hart. Finde dich ab damit.“
  • „Anders sein bedeutet einsam sein. Willst du das etwa?“
  • „Du bist so egoistisch Was bildest du dir ein, wer du bist?“
  • „Es ist kein feiner Zug, Geld in unrealistische Träumereien zu stecken, die sich sowieso nicht realisieren lassen.“
  • „Du schmeißt das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus.“


Na? Erkennst du dich wieder? Bevor ich überhaupt den ersten Schritt zu meiner Veränderung wagen konnte, hatte ich wahre Berge dieser Gedanken im Kopf und es dauerte eine ganze Weile, bis ich begriff, woher sie kamen.


Unser gesamtes Leben prägt unser Denken

Von klein auf lernen wir wie die Menschen um uns herum denken und weil wir nichts anderes kennen, übernehmen wir ihre Vorstellungen, Werte und Einschätzungen ohne sie zu hinterfragen. Erst wenn wir erwachsen werden, beginnen wir zu überprüfen, ob die Grenzen unserer Eltern auch unsere eigenen Grenzen sind. Manche Grenzen setzen wir für uns selber neu – andere übernehmen wir. Dass es genau diese Grenzen sind, mit denen wir uns selber blockieren, wenn wir dann in Lebensphasen stecken, in denen wir uns verändern wollen, ist uns in der Regel nicht bewusst. Wir sabotieren uns selbst – und merken es noch nicht einmal – weil wir allzu viele Regeln als allgemeingültig und richtig verinnerlicht haben, ohne sie jemals kritisch zu prüfen.


Hinterfrage deine eigenen Grenzen

Wenn du an einem Punkt stehst und überlegst, wie du dich weiterentwickeln sollst und was du dafür tun und investieren kannst, nimm dir einen Moment Zeit. Nimm etwas zum Schreiben mit und ziehe dich an einen ungestörten Platz zurück.

  1. Schreibe all die negativen Gedanken und Sätze auf, die dir in den Kopf kommen, wenn du daran denkst, dass du dich verändern möchtest.
  2. Danach gehst du Schritt für Schritt jeden einzelnen Satz durch, den du notiert hast. Vielleicht hast du geschrieben: „Es ist egoistisch, in sich selbst zu investieren.“ Spüre nach, woher du das kennst. War es in deiner Familie oft so, dass Zeit und Geld immer knapp waren? Haben deine Eltern dir unbewusst vermittelt, dass es nicht richtig ist, Geld und Zeit in sich selbst zu investieren – weil sie es selbst nicht anders kannten und nicht anders leben konnten?
  3. Frage dich, ob du zu 100 % sicher sein kannst, dass dieses Denken absolut richtig ist. In vielen Fällen wirst du feststellen, dass du tief in dir drin weißt, dass eine andere Sichtweise möglich ist.
  4. Vergebe den Personen und Umständen in deiner Vergangenheit. Und vergib dir selbst, dass du fremde Werte und Gedanken ungefiltert übernommen hast. Du kannst nichts ungeschehen machen, aber du kannst deinen Frieden damit schließen und dir selbst versprechen, künftig anders zu denken und zu handeln.
  5. Transformiere jeden deiner negativen Sätze in einen positiven. Aus dem Satz „Es ist egoistisch, in sich selbst zu investieren.“ könnte werden „Es ist gut, wichtig und richtig, in mich selbst zu investieren, da es mir dann besser geht. Wenn es mir selbst besser geht, kann ich mich besser um meine Familie kümmern und sie unterstützen. Es profitieren also alle davon, wenn ich es mir selbst wert bin, in mich und in meine Zukunft zu investieren.“
  6. Verinnerliche, glaube und lebe deine neuen Gedanken. Damit öffnest du die Türe für dein neues Leben.

Britta Boscheinen
Mindsetcoach & Reflexintegrationstrainer

Über den Autor

Britta Boscheinen


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