9 Gründe, warum ich Social Media aufgegeben habe

Ich habe Social Media aufgegeben. Allem den Rücken gekehrt.

Warum? Ich wette, du weißt warum. Doch lass mich dir einige Gründe nennen.

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Aus diesen 9 Gründen nutze ich Social Media nicht mehr

Social Media bestimmt immer mehr unseren Alltag. Bekommt eine immer größere Bedeutung im Leben vieler Menschen. Gleichzeitig erzählen unzählige Menschen, dass ihnen alles zu viel wird. Dass sie gerne einfach alles sein lassen würden. Einfach komplett abschalten würden. Geht es dir auch manchmal so?

Mir geht es nicht darum, dich davon zu überzeugen, dass du ebenfalls Social Media aufgeben sollst. Absolut nicht.

Stattdessen möchte ich dich zum Nachdenken anregen. Erläutern, warum ich diesen Schritt gegangen bin. Weiterhin wünsche ich mir, dass du dein Verhalten hinterfragst. Dein Leben bewusst gestaltest. Wäre es nicht wunderbar, einen gesunden Umgang mit Social Media zu finden? Nimm folgende Punkte als Ansatzpunkte, um dein Verhalten zu hinterfragen.


Ich lasse mich nicht gerne benutzen

Lass uns ehrlich sein: Produkte wie Facebook, Instagram und Twitter sind nicht in unserem Interesse designed. Bieten sie uns einen Mehrwert? Natürlich. Doch gleichzeitig sind sie so geschaffen, dass wir auf den Plattformen möglichst viel Zeit verbringen und möglichst oft wiederkommen. Ganz zu schweigen davon, was sie mit unseren Daten machen.

Je mehr Zeit wir auf diesen Plattformen verbringen, desto mehr Geld verdienen sie. Keine gute Grundlage für eine gesunde Beziehung mit diesen Plattformen.

Ich mag das Gefühl einfach nicht. Wie sehr ich mich auch anstrenge, diese Plattformen nach meinen Vorstellungen und Ansprüchen zu nutzen, sie sind so geschaffen, dass sie bestimmte Verhaltensweisen hervorrufen. Letztendlich bleibt irgendwie immer das Gefühl, dass der Nutzen der Plattform im Vordergrund steht. Nicht meiner. Nicht ich als Nutzer.

Du bist nicht der Nutzer, du bist das Produkt. Leg auf, melde dich ab und begib dich auf eine andere Art und Weise, um in der Welt zu sein.

– Seth Godin

Ich möchte mein Smartphone wieder als nützliches Werkzeug zurück haben

Der Computer wurde geschaffen, um uns zu unterstützen. Damit wir unsere eigenen Möglichkeiten erweitern können. Erinnerst du dich noch, als Smartphones ganz neu waren? Sie brachten so viele Möglichkeiten in einem so kleinen Gerät mit sich. Sie haben unser Leben besser gemacht.

Wie ist die Beziehung zu unserem Smartphone heute? Zwiegespalten. Natürlich bringen sie uns immer noch einen großen Nutzen. Gleichzeitig sind sie Quelle für Ablenkung und teilweise Unzufriedenheit. Ich wünsche mir mein Werkzeug zurück, welches mir ausschließlich mehr Produktivität, Kreativität und Freiheit gibt.

Mir gefällt einfach die Idee nicht, etwas in mein Leben zu lassen, nur weil es mir einen kleinen Nutzen bringt und gleichzeitig Probleme mit sich bringt. Eine gesunde Beziehung mit Social Media erscheint mir auf Dauer nicht aufrechterhaltbar.


Ich möchte wirkliche Beziehungen pflegen

Social Media verspricht uns, mehr mit anderen verbunden zu sein. Doch verleitet uns der Versuch, uns mit anderen zu verbinden, in dem wir viele digitale Beziehungen knüpfen, nicht dazu am Ende einsamer zu sein?

Wir haben diese maximalistische Sichtweise. Mehr ist besser. Mehr Verbindungen. Mehr Informationen. Mehr Optionen.

Doch ist das wirklich so?

Wie oft hast du die Option zwischen mehreren Veranstaltungen gehabt? Hast bis zum Schluss gewartet, dich zu entscheiden. Vielleicht eröffnet sich ja noch eine bessere Gelegenheit … Sich möglichst viele Optionen offen halten zu wollen, fördert nicht unbedingt tiefe Beziehungen.

Immer wieder mit jemandem flüchtig in Kontakt zu treten, gibt uns das Gefühl, dieser Person näherzukommen. Sei es auch nur über ein 'Like’. Dabei besteht die Gefahr, dass wir wirkliche, bedeutungsvolle Beziehungen vernachlässigen. Doch sind diese nicht die wichtigen?


Mir ist meine Zeit zu kostbar

Fragst du dich manchmal, was die wahren Kosten von Social Media sind? Wie gesagt, natürlich bringen sie uns einen Nutzen. Doch die Frage ist, wie groß dieser ist und was kostet es uns.

Es ist so einfach, uns nur auf den kleinen Nutzen zu fokussieren, den uns Social Media gibt. Dabei vergessen wir so schnell, was er uns wirklich kostet: Zeit unseres Lebens. Ist es dir die Zeit deines Lebens wirklich wert?

Mir nicht. Das bedeutet definitiv nicht, dass wir Social Media aufgeben müssen. Nur weil es Zeit in Anspruch nimmt. Doch wir sollten ernsthaft überlegen, wie wir damit umgehen und unsere wenige Zeit bestmöglich nutzen können.


Mir ist meine Gesundheit zu kostbar

Will ich jetzt wirklich behaupten, dass Social Media ungesund ist. Nein. Doch Social Media kann einen negativen Einfluss auf deine Stimmung und dein Wohlbefinden haben.

Tatsächlich bringt die Natur dieser Services einige negative Einflüsse mit sich. Wir vergleichen uns unweigerlich mit anderen. Beziehungsweise mit den sorgfältig erstellten Abbildern der Leben anderer.

Gleichzeitig handelt es sich um einen Marktplatz von Aufmerksamkeit, in dem dunkle, negative Themen und Emotionen mehr Aufmerksamkeit erlangen. Ähnliches sehen wir auch bei den Nachrichten. Fast unweigerlich sind wir dadurch vermehrt Negativität ausgesetzt, die sich auf uns und unserer Mindset ausprägt.

Die negativen Folgen von Social Media und ähnlichen Technologien auf unsere mentale Gesundheit werden erst so langsam wirklich deutlich. Man sollte meinen, wir seien mit vielversprechenden Entwicklungen vorsichtiger geworden. Schließlich hat die "Innovation" von hochverarbeiteten Nahrungsmitteln zu einer globalen Gesundheitskrise geführt. Unbewusster und dauerhafter Konsum von neueren Technologien ruft zumindest ähnliche Besorgnis auf. Oder anders ausgedrückt:

Lass uns ehrlich sein, deine "Gefällt mir" zu checken, ist das neue Rauchen.

– Carl Newport

Mir ist meine Freiheit wichtig

Wollen wir nicht alle frei sein und selbstbestimmt unser Leben gestalten? Möglichst wenig Fremdbestimmung erfahren? Wahrscheinlich schon.

Hast du manchmal das Gefühl, dass du Sklave deines Smartphones bist? Dass dein Verhalten gesteuert wird? Denn oft ist es genau so!

Mir ist irgendwann aufgefallen, dass ich ständig auf mein Smartphone schaue. Vielleicht hat mir ja jemand geschrieben. Vielleicht gibt es ja irgendetwas Neues.

Was für ein unschöner Zustand seinen Tag zu verbringen. Wie viel schöner es ist, einfach frei den Tag zu erleben. Nicht ständig diesen Drang zu haben, in jeder freien Minute das Handy rauszuholen. Stattdessen wirklich im Hier und Jetzt zu sein.


Ich möchte in der realen Welt leben

Wenn man alles mal mit etwas Abstand betrachtet, ist es verrückt, wie wir unseren Alltag erleben. Wir verbringen so viel Zeit vor dem Bildschirm. Leben in einer virtuellen Welt.

Natürlich ist das nicht grundsätzlich schlecht. Gleichzeitig wünsche ich mir, bewusst die 'reale' Welt zu erleben. Selbst zu erfahren, was da draußen alles passiert. Eigene Erfahrungen zu machen. Das Leben zu genießen. Natur, Sonne, Tiere, Menschen, Luft, Wasser.

Es passiert so leicht, dass wir alles um uns herum vergessen und als selbstverständlich wahrnehmen. Doch das ist es nicht. Und so möchte ich auch nicht durchs Leben gehen.


Ich möchte nicht mein Selbstwertgefühl auslagern

Wir alle streben irgendwie nach sozialer Anerkennung. Dies ist ein tief verankertes Bedürfnis in uns. Bis zu einem gewissen Grad ist dies überaus förderlich für ein positives Miteinander. Doch schnell kann es auch in eine negative Richtung umkippen.

Wenn unser Verhalten stark danach ausgerichtet ist, Anerkennung zu erhalten. Wenn wir unseren Selbstwert von der Meinung anderer abhängig machen. Wenn wir uns ständig mit anderen vergleichen.

Social Media fördert genau das. Wir können uns mit Likes, Followern, Kommentaren und Abonnenten ständig mit anderen vergleichen. Das dies für viele sehr negative Konsequenzen hat, kann keine Frage sein. Das Bedürfnis nach Anerkennung in Form von erhaltenen Herzen und Likes wird immer mehr angestrebt. Umso größer wird der Stress und die Unzufriedenheit, wenn eben diese Dinge ausbleiben.

Wir sollten unser Selbstwertgefühl nicht auslagern. Stattdessen können wir erkennen, dass unser Wert nicht von anderen abhängig ist. 

Ich muss nicht immer klug, interessant, attraktiv, bewundernswert, kreative oder lustig sein. Ich kann und möchte einfach nur ich sein.


Ich entscheide mich bewusst, was es für mich heißt, ein Mensch zu sein

Zu selten fragen wir uns, was für ein Leben wir führen wollen. Wer wir eigentlich sein wollen.

Stattdessen nehmen wir vieles einfach hin. Nehmen die Rahmenbedingungen an, die andere für uns schaffen. Doch wollen wir wirklich immer mehr in Richtung einer digitalen Welt gehen? Irgendwann nur noch digitale Freunde haben? In einer digitalen Welt leben? Uns immer mehr zu einem Cyborg entwickeln? Letztendlich verschmelzen wir immer mehr mit Technik und Anwendungen.

Unser Verständnis davon, was es heißt, ein Menschen zu sein, mag sich ändern. Vielleicht brauchen wir irgendwann keinen Körper mehr. Doch momentan ziehe ich die reale Welt mit realen Menschen und Erlebnissen vor. Ich möchte mich und mein Umgebung mit meinen Sinnen spüren und erfahren. Nenn mich altmodisch. Doch dies bringt mir mehr Freude und eine höhere Lebensqualität.


Insgesamt geht es mir einfach besser

Geht es dir mit Social Media und ähnlichen Technologien besser? Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten.

Social Media beeinflusst, wie wir uns verhalten. Was wir fühlen. Oft meinen wir selbst, dass unser Nutzungsverhalten nicht gut oder gesund für uns ist. Trotzdem ändern wir nichts daran. Ist das nicht ein klares Zeichen dafür, dass wir langsam die Kontrolle verlieren?

Sicherlich kann man in vielen Fällen von einer Sucht sprechen. Die Gefahr dabei: Die Betroffenen meinen oft noch, dass sie die Kontrolle hätten. Dass alles nicht so schlimm sei. Dass sie ja jederzeit aufhören könnten. Doch kannst du das?

Wie viele schöne Momente hast du bereits verpasst, weil du mit deinem Smartphone beschäftigt warst?

Es geht nicht um Nützlichkeit, sondern um Unabhängigkeit und Lebensqualität.

Fazit

Am Ende läuft es doch auf zwei Fragen hinaus: Wie möchte ich mein Leben gestalten? Was ist die beste Möglichkeit, diese Technologien zu nutzen, um meine Lebensvorstellung zu unterstützen?

Ob uns irgendetwas einen Nutzen bringt, ist irrelevant. Vieles bringt uns einen Mehrwert. Stattdessen können wir uns darauf fokussieren, was uns am wichtigsten ist und uns den meisten Nutzen bringt. Es geht nicht um die Technologien an sich geht. Viel mehr geht es um unsere Lebensqualität und unser Leben allgemein.

Meine Entscheidung Social Media aufzugeben, ist mehr als einfach nur ungewollte Gewohnheiten loszuwerden. Mir geht es darum, mich bewusst und entschlossen auf meine Werte und Dinge zu fokussieren, die mir im Leben wichtig sind. Dann rückwärts zu schauen, was mich dabei unterstützt und was nur in geringem Maße.

Social Media ist nicht schlecht. Du musst es nicht aufgeben. Doch versuche für dich bewusst herauszufinden, was der beste Umgang damit ist. Neben der Frage, ob du die Technologie nutzt, frage dich vor allem, wie du sie nutzt. Ziel sollte es sein, möglichst viel Mehrwert von diesen Technologien zu bekommen und gleichzeitig ungewollte, negative Auswirkungen bestmöglich zu reduzieren. 

Simon Schubert
 

Als studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit unterstütze ich Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.

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