Warum unser Gesundheitssystem versagt

Simon Schubert
Von Simon Schubert / 22. November 2017
Warum unser Gesundheitssystem versagt

Wir leben in einem extrem spannenden Zeitalter. In vieler Hinsicht. Die heutigen technischen Errungenschaften lassen so manchen Science-Fiction-Film alt aussehen. Die Entwicklung ist verdammt schnell und keiner weiß so wirklich, was noch kommen wird.

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Eine sehr spannende, vielversprechende und zugleich besorgniserregende Entwicklung geschieht in der Genetik. Es ist nicht lange her, da wurden die DNA und Gene entdeckt. Nun sind wir schon dabei einzugreifen. Es ist verlockend. Krankheiten könnten verhindert werden. Krebs der Geschichte angehören. Wir werden strapazierfähiger. Altern langsamer. Oder auch gar nicht. Produzieren künstlich Organe. Für den einen eine Horrorvorstellung. Für den anderen ein neues, besseres Zeitalter.

Es wird passieren. In welcher Form genau, weiß ich nicht. Aber es wird sich viel entwickeln. Doch nicht heute. Nicht morgen. Auch wenn wir schon viel wissen. Eigentlich wissen wir so gut wie nichts. Alles ist noch in den Kinderschuhen. Was bedeutet das also für dich?


Du musst dich mit dem begnügen, was unsere Medizin heutzutage zu bieten hat.


Es ist nicht lange her, da hatten wir auch unsere Schulmedizin nicht. War damals alles gut? Nicht unbedingt. Extrem viele Menschen sind z.B. an Infektionskrankheiten gestorben. Irgendwann hat man Mittel gegen diese Krankheiten entwickelt und die Erkrankungsfälle gingen rapide zurück. Doch dabei blieb es nicht. Schließlich konnte man gutes Geld mit diesen Mitteln machen. Und so wurden weitere Mittel entwickelt. Und weitere…

Das soll alles andere als eine Erklärung sein, wie unsere westliche Medizin entwickelt hat. Aber eins sollte klar sein, Geld spielt dabei eine sehr große Rolle. Ohne Geld keine Forschung. Ohne Geld keine Studien. Ohne Geld kein Marketing.

So kommt es, dass wir eine unüberschaubare Anzahl von Medikamenten haben. Jedes Jahr kommen unzählige dazu. Medikamenten sind erstmal nichts Schlimmes. Sie helfen jede Menge Menschen. Das meine ich völlig ernst. Ich denke, viele Medikamente helfen vielen Menschen. Geben mehr Lebensqualität. Ob es dabei andere Möglichkeiten gegeben hätte — ob besser oder schlechter —, lassen wir mal beiseite.

Was ich jedoch sehr irritierend finde, ist die Tatsache, welche teilweise krassen Nebenwirkungen manche Medikamente besitzen. Es ist einfach mal so, dass wir Menschen so unterschiedlich auf Medikamenten reagieren. Bei 2/3 hilft etwas vielleicht wie gewollt. 1/3 muss mit krassen Nebenwirkungen kämpfen. Aber dafür gibt es ja auch Medikamente. Und los geht der Kreislauf.

Kreislauf. Trifft es wohl ganz gut. Denn wie viele Medikamente muss man dann langfristig nehmen? Zu viele. Vor allem wenn Medikamente völlig unnötigerweise eingenommen werden. „Ach die Werte entsprechen nicht so ganz der 'Norm'. Nehmen Sie mal lieber das hier. Dann gehen wir auf Nummer sicher…“


Von Anfang an begeben wir uns in eine Abhängigkeit. Keine gute Grundlage.


Und kommen wir nochmal auf die Nebenwirkungen zurück. Ganz ehrlich, wir haben keinen blassen Schimmer, wie unser Körper ganz genau funktioniert. Jeder Mensch, der etwas anderes sagt, hat keine Ahnung. Ja wir wissen inzwischen unglaublich viel. Wir wissen vielleicht, was ein bestimmter Stoff auslöst. Aber wir wissen nicht, was er vielleicht noch auslöst. Wie die Wechselwirkungen in unseren Körper sind. Und wenn wir dann auch noch unser Umfeld mit einbeziehen. Alles ist zu komplex. Zu viel ist unbekannt. Das zeigen die unzähligen Fälle von Menschen, bei denen es nicht wie gewollt geklappt hat.

Ich will damit nicht die Schulmedizin oder sonst wen angreifen. Ich denke einfach nur, dass wir nicht ansatzweise so weit sind, wie viele es gerne hätten.

Wessen Schuld ist es also, dass die Zivilisationskrankheiten immer mehr ansteigen. Wir scheinbar immer kranker werden?

Das Gesundheitssystem? Die Krankenkassen? Die Pharmaindustrie? Der Arzt?


Ich möchte jetzt etwas sehr klar machen: Es kann dir völlig egal sein, wer daran schuld ist. Das bringt dich nicht weiter und macht dich auch nicht gesund.


Ich meine nicht, dass es egal ist, dass der Gesundheitszustand unserer Gesellschaft so schlecht ist. Aber es bringt nichts jemand dafür zu beschuldigen. Und weißt du was?

Du solltest dir an deine eigene Nase fassen. Ich weiß, das wird dir nicht gefallen. Aber! Es ist nicht der Job des Gesundheitssystems, der Krankenkassen oder des Arztes, dich gesund zu machen. Ist es einfach mal nicht. Es ist dein Job und deine Verantwortung. Ein Arzt kann dir dabei helfen, aber es ist nicht seine Verantwortung. Ja es ist seine Arbeit. Ärzte haben einen Eid abgelegt. Trotzdem. Es ist und bleibt deine Verantwortung. Es ist dein Leben. Punkt.

Das Problem ist doch recht einfach. Wir wollen einfach mal eine schnelle und möglichst einfache Lösung. Eine Pille schlucken. Wenn es sein muss, halt 10 Pillen. Morgens 10 und abends 10 natürlich.

Oh man. Wie kann man sich da wundern.

Ich verstehe es. Mit allem Mitgefühl. Ich verstehe es und kann es komplett nachempfinden.

Aber das hilft dir auch nicht. Einfach nur blind glauben und das Hirn ausschalten. Sich nicht mit sich selber, der eigenen Gesundheit und überhaupt dem eigenen Leben beschäftigen.


Was denkst du, was passiert? Jetzt mal ehrlich!


Wenn du jeden Tag einfach nichts für dich, deinen Körper und deine Gesundheit machst.

Aber du probierst dich gesund zu ernähren und bist im Fitnesscenter angemeldet? Glückwunsch. Willst du einen Keks dafür? Eine Belohnung? Anerkennung? Hast du gut gemacht.

Für wen machst du das? Für wen? Du musst niemandem etwas beweisen. Nicht mir. Nicht dir. Niemandem. Wie gesagt, letztendlich ist es deine Entscheidung. Dein Leben. Mach was du willst damit.

Aber hör auf, dich zu beschweren. Oder zu wundern.

Du weißt nicht, was du machen sollst? Ernsthaft?

Einzelheiten ok. Verstehe ich. Aber einfach mal das Offensichtliche zu tun. Die grundlegenden Dinge. Das würde schon so viel ändern.

Weißt du, was ich denke? Die meisten Menschen „wissen nicht“, was sie tun sollen, weil sie es nicht hören wollen. Klar kann man überall komplett verschiedene Meinungen hören, wenn man denn will. Es ist mir so unverständlich. Nein, eigentlich nicht.

Aber ich sage dir, wo du anfangen solltest. Mit einem sehr ernsthaften Blick in den Spiegel. Du wirst nicht unbedingt mögen, was du siehst. Und ich spreche nicht nur vom Äußerlichen. So viele Menschen machen sich selber etwas vor.

Es ist unglaublich, wie viele übergewichtige Menschen, sich selber nicht als übergewichtig sehen. Schau einfach mal ehrlich in den Spiegel. Rein statistisch gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass du übergewichtig bist. Und ja, das ist alles andere als gesundheitsfördernd. Aber noch viel schlimmer finde ich, wie viele Eltern achtlos mit ihren Kindern umgehen. Wenn die Eltern einfach nicht checken, wie verdammt fett und krank ihr Kind ist.

Übergewichtig. Schlechte Ernährung. Keine Bewegung. Die Zukunft ist vorprogrammiert. Hallo Metabolisches Syndrom. Diabetes Typ II. Beschwerden mit den Gelenken. Irgendwann immer mehr Stoffwechselerkrankungen. Dann Probleme mit irgendwelchen anderen Organen.

Wie kann man ernsthaft sagen, dass man nicht weiß, was man tun soll. So viele Themen sollten unstrittig sein. Übergewicht. Raffinierter Zucker. Generell stark verarbeitete Nahrungsmittel. Schlafmangel. Bewegungsmangel. Keine wirkliche Erholung. Bla bla.

Ich will doch nur, dass du glücklich bist. Dass du gesund bist. Ich weiß, es ist nicht immer einfach. 

Ich kann mir jedoch einfach nicht vorstellen, dass es die beste Strategie ist, darauf zu setzen, dass du in einigen Jahren ein künstliches Organ bekommst.

Keiner sagt, dass du den Themen dein Leben widmen sollst. Alles, was ich mir erhoffe, ist, dass du deinen Arsch von der Couch hochbekommst und einfach ein paar Themen — wenigstens ein wenig — angehst. Nicht für mich.

Für dich.

Über den Autor

Simon Schubert

Als studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit unterstütze ich Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.


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